über’s Jahr

Barbara Thalheim – Lebenslauf (Vernissage)

Barbara Thalheim - LebenslaufDie KIEZ GALERIE im RUDI lädt ein zur Vernissage der Ausstellung einer „Bildenden Künstlerin“, die in ihrem Leben kein einziges Bild gemalt, keine Grafik, kein Foto gemacht, keine Plastik modelliert hat.

Und doch ist die Liedermacherin Barbara Thalheim (beim Festival 2013 zu Gast) auf ihre Art eine „Bildende“ Künstlerin, weil wir durch ihre Lieder zu anders Sehenden werden.

Seit 40 Jahren steht Barbara Thalheim nun auf der Bühne. In ihrem widersprüchlichen Künstlerleben gab es Höhen, Tiefen, Irrwege und Schicksalsschläge, Verletzungen und Triumphe.
Wir versuchen diese Biografie in Form von Bild- und Archivmaterial, sowie durch Filme und Videos sichtbar zu machen.

Lassen Sie sich überraschen!

Die Laudatio der Vernissage hält der langjähriger Freund Barbara Thalheims, Dr. André Brie, DIE LINKE, MdL Mecklenburg Vorpommern.
Es wird der Dokumentarfilm „Ich bin zum Sehen geboren“, Regie: Joachim Tschirner, gezeigt und auch die Jubilarin wird einige ihrer heutigen Lieder vorstellen.


Nächste Radiosendung auf Rockradio.de und 88.vier

Petra Schwarz im RundfunkstudioAm 29. März 2013 (Freitag) von 13 bis 14 Uhr strahlt Rockradio.de eine neue Sendung mit Petra Schwarz aus. Im Fokus dieser Sendung steht ein Rückblick auf das 14. “Festival Musik und Politik”, unter anderem mit Ausschnitten aus dem Konzert “Víctor Jara presente” am 24. Februar im Berliner Maxim-Gorki-Theater.

Berichtet wird auch über die gemeinsam mit der Rosa-Luxemburg-Stiftung veranstaltete Podiumsdiskussion “Ein unvollendetes Lied” (HIER eine Aufzeichnung der RLS in voller Länge zum Nachhören).

In der Sendung wird zudem die aktuelle Ausgabe der “Liederbestenliste” präsentiert.

Rockradio.de ist als Webstream zu empfangen oder im Berliner Raum auf UKW 88,4 (Antenne) oder 90,7 MHz (Kabel).

Neue Publikation der Ernst-Busch-Gesellschaft

Ernst Busch (1900 – 1980), legendärer Schauspieler und Sänger des 20. Jahrhunderts, hat sich mit seiner Kunst für eine neue, menschliche Welt eingesetzt, gestritten und gelitten. Wie stehen wir Heutigen zu diesem Erbe?

Gemeinsam mit der edition bodoni legt die Ernst Busch-Gesellschaft ein Echo von Nachgeborenen vor und stellt sich der Auseinandersetzung mit der Wirksamkeit des Künstlers im 21. Jahrhundert. Der Band dokumentiert die Ernst Busch Tage 2010 in Berlin in Wort und Bild. Wortmeldungen von jung und alt, aus Ost und West, Kritisches, Nachdenkliches, Kämpferisches und Anregendes zeugen von heutigen Haltungen und Handlungen.

Beteiligt waren viele nachgeborene Künstler, Liedermacher und Chöre, die Schauspieler-Legenden Inge Keller und Hilmar Thate oder der Maler Ronald Paris. Darüber hinaus werden neue Erkundungen, Ereignisse und Forschungen zu Ernst Busch und seinem Nachleben in unserem Jahrhundert vorgestellt. Buschs Auftritte in Wien sind Gegenstand einer detaillierten Recherche. Beschrieben wird eine Busch-Ausstellung in seiner Geburtsstadt Kiel im Jahre 2010 und der lange Weg zur Entstehung eines Busch-Platzes in der Stadt 2011.

Des weiteren wird dem wendigen Schicksal von Busch-Namensgebungen auf dem Gebiet der ehemaligen DDR nachgegangen: im öffentlichen Raum, bei Straßen und Plätzen, in Schulen oder Kinder-Organisationen. Das Buch ist Nachklang und Anregung zugleich. Ernst Buschs künstlerisches und politisches Wirken bleibt im 21. Jahrhundert aktuell – gerade angesichts heutiger katastrophaler Weltzustände. Bei der Suche nach Antworten auf die Fragen unserer Zeit wird das Vermächtnis dieses großen politischen Künstlers gebraucht.

Zum Preis von 8 Euro zu bestellen bei der Ernst Busch-Gesellschaft. Für Mitglieder der Gesellschaft ist die Publikation kostenlos.

Veranstaltungstipp: Liederlust “allyouneedisLied”

Treffpunkt der Singefreunde und Liedliebhaber – ein Abend mit Spaß am Wiederhören, Wiedersehen und Wiedersingen.

allyouneedisLiedWillkommen auch in diesem Frühjahr wieder in der WABE zum schon traditionellen Anlass: dem Abend des Wiedersehens von Beteiligten zwischen Ostsee und Thüringen aus den Gründer- und Entstehungsjahren früher Gesänge im Osten von Hootenanny über Singeklubs bis Ostrock.

Ein Abend mit Erinnerungen an unsere besonders auch durch Lieder geprägten Lebenszeiten. Lieder, die man heute gar nicht mehr oder sehr selten hört. Lieder, die einen manchmal auch nur in Zeilen oder im Refrain nicht loslassen wollen; von denen man jedoch nicht lassen will, nur weil ihre Entstehungszeiten zurückliegen.

Dass am Abend gesungene Erinnerungen darum auch mit der Singebewegung und dem Festival des politischen Liedes verbunden sind, liegt somit in unserer Geschichte und den Geschichten dazu. Für die hoffentlich auch neuen und jüngeren Gäste: Vorkenntnis ist nicht erforderlich.

allyouneedisLiedDass sich heute wieder Leute zum Singen treffen, die schon im Oktoberklub, bei Brigade Feuerstein, Team 4 und im Theodorakis-Klub sangen, ist somit kein Zufall: allyouneedisLied ist als Programmgedanke wie als Freizeitkapelle ja gerade erst vor vier Jahren aus dem jährlichen Treffen von Liederleuten und dem Wunsch nach frühen Liedern entstanden.

Programmvorstellung:

Lieder, die wir schon alle miteinander gesungen haben – früher, oder auch erst im letzten Jahr. Kinderlieder. Alte Volkslieder und junge, u. a. also auch Rump und Gundermann. Lieder in Erinnerung an Chile ’73, dazu an zwei besonders großartige Sänger & Liedermacher. Wunschlieder und Offenes Singen – mehrstimmig bei den großartigen Voraussetzungen aller!

Mit Freunden und Freude wieder mit dabei: Elke Bitterhof und José Miguel Márquez.

Kartenbestellung (Unkostenbeitrag 5,– €) bitte per Mail.

  • Freitag, 22. März 2013, WABE (Danziger Str. 101, 10405 Berlin
  • Einlass ab 18 Uhr – offener Treff, Liederabend ab 19.30 Uhr

Veranstaltungstipp: 1848 – Forty Eight Crash

Stefan Körbel & Michael Letz – Musikkabarett

“FORTY EIGHT CRASH” – Lieder & Texte aus der Revolution von 1848

Wie jedes Jahr zum März erinnert die “Combat-Cabaret-Compagnie Körbel & Letz” auch 2013 wieder an die Revolution von 1848. Zwei Aufführungen ihres Programms “FORTY EIGHT CRASH” finden dazu in Berlin statt.

1848 - Forty Eight Crash“Gegen Demokraten helfen nur Soldaten!” – Wissen Sie vielleicht, von wem diese oft zitierte Zeile stammt? Wahrscheinlich nicht. Lassen Sie sich von Körbel & Letz auf die Sprünge helfen: der Verfasser heißt Karl August Julius von Griesheim und war in den Revolutionstagen preußischer Kriegsminister. Ja, damals schrieben diese Leute auch noch Gedichte…

Diese und andere skurrile Stories lassen ein faszinierendes Mosaik des Jahres 1848 entstehen. Dazu ziehen die beiden Musiker alle Register ihres vielseitigen Könnens. Monatelang suchten sie in Bibliotheken und Archiven, viele der Texte dürften hier zum ersten Mal das Licht der Welt erblicken. Ihre Präsentation durch Körbel & Letz treibt Tränen in die Augen vor Lachen und Schauer über den Rücken in Erkenntnis…

Das sollten also unsere Altvorderen bereits gedacht, gesagt und gesungen haben? Klingt das nicht wie der Pressesprecher H. oder der Generalsekretär W.?! Müssen deutsche Revolutionen eigentlich immer so gehen, dass der Polizeipräsident an die Spitze der Bürgerwehr tritt? Und ein König “an die Spitze der Bewegung” – die er ein halbes Jahr später zusammenschießt! Was für ein Volk auch.

Und was für eine Geschichte. Und wie schön, dass man nach den zwei Stunden einen blassen Schimmer davon hat.

  • Sonntag, 17. März, 20 Uhr – Zimmer 16 (Florastr. 16, 13187 Berlin)
  • Mittwoch, 27. März, 19.30 Uhr – Kulturhaus Karlshorst (Treskowallee 112, 10318 Berlin)

Veranstaltungstipp vor dem Festival: Benefizkonzert für Flüchtlinge

Wir stecken tief in den Vorbereitungen für unser Festival, doch nicht so tief, dass wir nicht ab und zu auch noch über den Tellerrand blicken würden. Dabei haben wir diese mit tollen Künstlern bestückte, einem wichtigen Anliegen gewidmete Konzertveranstaltung im Berliner Lido-Club entdeckt:

Dota die Kleingeldprinzessin, Danny Dziuk, Max Prosa, Lüül & Alin Coen – Solikonzert für die bundesweite Flüchtlings-Protest-Bewegung für menschenwürdige Asylbedingungen und gegen Abschiebung

Im Oktober 2012 gingen Flüchtlinge in einer bundesweiten Aktion zu Fuß von Würzburg nach Berlin, um gegen die menschenunwürdigen Asylbedingungen in Deutschland zu protestieren. Ihre Forderungen sind: Stopp der Abschiebungen, die Abschaffung der Residenzpflicht, Ende der Lagerunterbringung und bessere Lebensbedingungen in Würde und Menschlichkeit für alle Flüchtlinge in Deutschland. Es haben sich hier Künstler zusammengefunden, die die Flüchtlinge und ihre politischen Forderungen unterstützen möchten und deshalb ein Benefizkonzert zusammen spielen:

Danny Dziuk

Danny Dziuk

Max Prosa – nach seinem erfolgreichen Debütalbum 2012 arbeitet er gerade an seinem zweiten Album, das im Frühjahr 2013 erscheinen wird.

Alin Coen – „Das ist eine Stimme, in deren poetischer Intensität man sich verlieren kann.” schreibt der Weser-Kurier sehr treffend.

Danny Dziuk – der Berliner Songwriter schreibt einfach gute Lieder – wie auch viele andere Künstler wissen, die seine Stücke aufführen, wie z.b. Annett Louisann, Ulla Meinecke und Stoppok.

Dota Kehr

Dota Kehr

Dota Kehr – auch bekannt als die Kleingeldprinzessin, schreibt und singt Lieder, die durch ihre gestochen scharfen Gegenwartsbeobachtungen im Kopf bleiben und mit ihrer poetischen Kraft ins Herz treffen.

Hauptamtlich spielt Lutz Ulbrich alias Lüül das Banjo den 17 Hippies. Doch sein Backkatalog liest sich wie die Geschichte eines musikalischen Abenteurers: In den 70ern hob er bei Agitation Free und Ashra Tempel den Krautrock mit aus der Taufe. Dann war er jahrelanger Musik- und Bettpartner der Velvet-Underground-Chanteuse Nico, gab Konzerte mit John Cale im CBGB’s, und als die NDW ausbrach, hatte Ulbrich auch darauf eine Antwort. (Kulturnews)

Alles in allem darf man sich auf einen musikalisch spannenden Abend mit sehr guten Texten und freundschaftlich verbundenen Künstlern freuen und auch auf das eine oder andere Duett gespannt sein.

Hanns Eisler – zwei Programmtipps

Für Freunde der Musik Hanns Eislers bieten die nächsten Tage in Berlin zwei interessante Veranstaltungen:

Imagineisler

Imagineisler
Der traditionsreiche Hanns Eisler Chor präsentiert in einem Programm “Chöre und Songs von Eisler und Lennon”. Was sich der österreichische Schönberg-Schüler und der Arbeitersohn aus Liverpool und Beatles-Mitbegründer musikalisch zu sagen haben, zeigt sich im Konzert:

  • 26. Januar 2013, 20 Uhr
  • JugendKulturZentrum PUMPE, Lützowstr. 42, 10785 Berlin
  • Kartenreservierung 030 – 26 48 48 30

Leitung: Christina Hoffmann-Möller und Susanne Jüdes
Klavier: Tina Paar
Gesangssolisten: Till Paar und Viola Bornmann
Gitarre: Christian Kullack
Stimmbildner: Nathalie Siebert, Ines Schumacher, Martin Netter

Von Hollywood nach Pankow

Hanns Eisler und die Frauen – ein musikszenischer Abend
Von Hollywood nach Pankow
Dieses Programm der Internationalen Hanns Eisler Gesellschaft verknüpft Briefmaterial von Hanns Eisler, welches erst seit kurzem zugänglich ist, mit Liedern zu einem musikszenischen Abend, in dem über die Persönlichkeit Hanns Eislers hinaus “das Zeitalter der Extreme” (wie Eric Hobsbaum das 20. Jahrhundert nannte) erfahrbar wird. Nach Premiere und Gastspielen in Zürich erlebt das Musikprogramm vier Aufführungen in Berlin:

  • 7. und 8. Februar 2013, 20 Uhr
  • Clavier-Cabinett, Boxhagener Str. 111, 10245 Berlin
  • Kartenreservierung 030 – 294 2940

 

  • 9. Februar, 20 Uhr, 10. Februar, 19 Uhr
  • Schwartzsche Villa, Grunewaldstr. 55, 12165 Berlin
  • Kartenreservierung c/o IHEG (030) 61 28 84 61

 

Veranstaltungstipp: Degenhardt – Das Gesamtwerk

Franz Josef DegenhardtMit Diether Dehm, Frank Viehweg, Renate Richter, Simone Barrientos und anderen (eine Veranstaltung des Antieiszeitkomitees).

Franz Josef Degenhardt gehört über seinen Tod hinaus zu den großen Liedermachern, Poeten und Schriftstellern in deutscher Sprache. Seine Lieder haben Generationen von Liedermachern geprägt und prägen sie auch weiterhin. Sein umfassendes schriftstellerisches Werk – insgesamt 7 Romane und ein Jugendbuch – hat eine ganz eigene Wirkkraft in die linke Belletristik gehabt. Zwei seiner Bücher sind verfilmt worden. Eines in der alten BRD, eines in der DDR.

Die Veranstalter wollen mit diesem Abend eines Künstlers gedenken, der zu den größten Künstlerpersönlichkeiten Deutschlands gehört hat und auch in Zukunft gehören wird. Vorgestellt wird mit Beiträgen verschiedener Künstler “Das Gesamtwerk” (Degenhardt-Werkausgabe).

 

Tribute-Konzert zum 100. Geburtstag von Woody Guthrie (Berlin)

Woody Guthrie

Woody Guthrie waren anlässlich seines 100. Geburtstages mehrere Veranstaltungen des vorigen “Festivals Musik und Politik” im vergangenen Februar gewidmet. Weitere Konzerte haben wir im Laufe des Jahres empfohlen; auch heute möchten wir wieder auf einen Berliner Termin hinweisen:

Tribute Konzert mit Stephan Gatti, Chelsea Radio, John Shreve & Kat Baloun und Jamestown Ferry

Aus der Veranstaltungsankündigung: Der Geburtstag des amerikanischer Singers/Songwriters Woody Guthrie jährte sich  am 14. Juli 2012 zum 100sten Male. Er starb am 3. Oktober 1967 an der Nervenkrankheit Huntington-Chorea und hinterließ unzählige Lieder, die aus der amerikanischen Folkmusik nicht weg zu denken sind. Songs wie „This land is your land“, „I ain’t got no home“ oder “Vigilante man”, um nur einige zu nennen. Zudem beeinflusste der Lyriker und Balladenschreiber maßgeblich die US-amerikanische Folkszene, gewissermaßen war er Vorreiter für Musiker wie Pete Seeger, Cisco Houston & Brownie McGhee, mit denen er eine Zeitlang als “Almanac Singers“ auftrat. Ohne ihn gäbe es wahrscheinlich weder einen Bob Dylan noch Bruce Springsteen und auch bei der jüngeren Generation ist die Popularität seiner Songs ungebrochen. 

Begleitheft zur Ausstellung

Begleitheft zur Ausstellung in unserem Shop erhältlich

Unabhängig von diesem Konzert, das wir allen Berlinern und Berlin-Besuchern ans Herz legen, möchten wir an dieser Stelle noch einmal auf unsere Ausstellung “This Land Is Your Land – Woody Guthrie 100″ hinweisen, die in enger Zusammenarbeit mit der Woody Guthrie Foundation entstanden ist.

Die Ausstellungstafeln sind als Wanderausstellung konzipiert und bei uns entleihbar, ein Begleitheft ist in unserem Shop erhältlich. Im Laufe des vergangenen Jahres ist sie bereits in mehreren europäischen Ländern zu sehen gewesen; ab 1. Dezember zum Beispiel in der Médiathèque Edouard Glissant in Le Blanc-Mesnil (Frankreich).

Die besondere CD: Franz Josef Degenhardt – Freunde feiern sein Werk

Die Musikzeitschrift Melodie & Rhythmus und die Tageszeitung junge Welt organisierten im Dezember 2011 ein Konzert zum 80. Geburtstag des Liedermachers Franz Josef Degenhardt*. Kurz vor dem Konzert verstarb dieser, einer der “Väter” der deutschen Liedermacherszene; so wurde die Veranstaltung im Berliner Ensemble, bei der 25 Liedermacher aller Altersstufen sein Werk interpretierten, zu einer Gedenkveranstaltung. Doch nicht Trauer und Rückblick prägten das Konzert, sondern Entdeckerfreude über die vielfache, vielfältige, vielfarbige Deutung seines Werkes durch die Musikerkollegen.

Die daraus entstandene Doppel-CD vereint unterschiedliche Pole der deutschen Liedermacherszene. Ihre gemeinsame Klammer ist das Werk Degenhardts und der Einfluss, den dieser künstlerisch und politisch auf mehrere Generationen ihm Nachfolgender ausübte. Das starke, intensive Erlebnis dieses Livemitschnitts resultiert aus der zeitlosen und zugleich aktuellen Kunst Degenhardts und der Entdeckerfreude, die sich mit den Interpretationen einstellt. Die vorliegenden 158 min aus dem Livemitschnitt von Radio Eins bieten damit nicht nur einen hervorragend zusammengestellten Rückblick auf das Werk Degenhardts, sondern ebenso einen spannenden Ausblick auf die aktuelle deutsche Liedermacherszene.

*Franz Josef Degenhardt trat 2001 beim Festival Musik und Politik auf

Franz Josef Degenhardt – Freunde feiern sein Werk
2012 Verlag 8. Mai GmbH – Koch/Universal Music
Gesamtspielzeit ca. 158 min 

 

>>> CD im M&R-Shop 

CD 1

  1. Konstantin Wecker & Prinz Chaos II. – Intro
  2. Max Prosa – Gelobtes Land
  3. Max Prosa – Abgründe der Stadt
  4. Gisela May – Lied von der Unzulänglichkeit des menschlichen Strebens
  5. Barbara Thalheim – Dies Land ist unser Land
  6. Barbara Thalheim – So lebten wir in Zeiten der Stagnation
  7. Wiglaf Droste – Wölfe mitten im Mai
  8. Wiglaf Droste – Für immer
  9. Götz Widmann – Deutscher Sonntag
  10. Götz Widmann – Proletarier sucht Frau
  11. Dota Kehr – Ein schönes Lied
  12. Dota Kehr – Utopie
  13. Goetz Steeger – Fenster
  14. Goetz Steeger – Die Ernte droht
  15. Kai Degenhardt – Ich ging im letzten MaiFranz Josef Degenhardt - Freunde feiern sein WErk
  16. Kai Degenhardt – Tag im Mai
  17. Frank Viehweg – Linke Liste

CD 2

  1. Frank Viehweg – Hier, wo ich lebe
  2. Joana – Und mit Dir wollt’ ich mal nach Gretna Green
  3. Joana – Kirschenzeit
  4. Daniel Kahn – Die alten Lieder
  5. Daniel Kahn – The good old bad old days
  6. Konstantin Wecker – Weiter im Text!
  7. Prinz Chaos II. – Ballade vom Edelweisspiraten Nevada Kid
  8. Prinz Chaos II. – Unser Berlin
  9. Konstantin Wecker & Prinz Chaos II. – Empört Euch!
  10. Jan Degenhardt – Fuchs auf der Flucht
  11. Jan Degenhardt – Mantel aus Brokat
  12. Hannes Wader – Reiter wieder an der schwarzen Mauer
  13. Hannes Wader – Alter Freund
  14. Franz Josef Degenhardt – An der Quelle

 

Woody Guthrie Birthday Bash am 14. Juli im Monarch Berlin

Gestaltung: Nafi Mirzaii

Gestaltung: Nafi Mirzaii

Am 14. Juli diesen Jahres wäre der US-amerikanische Singer-Songwriter Woody Guthrie 100 Jahre alt geworden. Zu seinen Lebzeiten nur lokal berühmt, wurde er mit seinen heimatverbundenen Liedern “This Land Is Your Land” oder “Pastures of Plenty” bald zu einer US-amerikanischen Nationalikone. Da der Nonkonformist, der in den 30er und 40er Jahren aktiv war, aber nicht nur vehement eine Verbesserung des Lebens der “einfachen Menschen” forderte, sondern auch selbst einen radikalen und freien Lebensstil führte, wurde er nicht nur zum Idol der Folkbewegung der frühen 60er, sondern inspirierte auch Punkmusiker wie Joe Strummer von The Clash oder sozialkritische Musiker wie Bruce Springsteen.

Im Monarch wird es eine kurze Einführung in Guthries Leben und seine Zeit mit ein paar Bilden dazu geben – danach spielen in Berlin beheimatete Musiker/innen für ihn auf: Musik von Woody Guthrie, in ihrer eigenen, heutigen Interpretation, und Musik, die von ihm inspiriert ist. Es soll eine “Hootenanny” werden, ein lockeres gemeinsames Musizieren mit Gästen, wie es Guthrie mit seinen Freunden Pete Seeger und Lead Belly und anderen Folkmusiker/innen der New Yorker Szene einst veranstaltet haben.

Musiker/innen, die sich angesprochen fühlen, können sich auch gern noch hier melden. Die Veranstaltung beginnt pünktlich um 20 Uhr – wir müssen nämlich leider um 22:30 Uhr schon wieder aufhören. Aber es gibt dazu noch einen Woody Guthrie-Abend in der Neuköllner Musikkneipe Laika, wohin man dann ziehen kann, wenn man noch in der entsprechenden Stimmung ist.

(Barbara Mürdter, popkontext)

Woody Guthrie – Ausstellung in München

Das Amerika-Haus in München und das US-Generalkonsulat ebenda veranstalten in Zusammenarbeit mit der Woody Guthrie Foundation & Archives zum 100. Geburtstag des weltbekannten Sängers eine Musik-Theater-Aufführung. Zudem wird die Ausstellung “This Land Is Your Land” für zwei Wochen in München gezeigt.Aus der Ankündigung der US-Botschaft in Berlin:

Woody Guthrie, amerikanischer Singer/Songwriter und Chronist der 30er und 40er Jahre, ist eine Ikone der amerikanischen Kultur und hat Musiker in aller Welt inspiriert, von Bob Dylan – der sich einmal als „Woody Guthrie Jukebox“ bezeichnete – bis zu Ani DiFranco, Bruce Springsteen und Billy Bragg. Am 14. Juli 2012 wäre Guthrie 100 Jahre alt geworden. Aus diesem Anlass finden in den USA und anderen Ländern das ganze Jahr über Veranstaltungen statt, die sich dem Leben und dem Werk des Songwriters und Musikers widmen. Das US-Generalkonsulat München würdigt den 100. Geburtstag Woody Guthries im Juli mit gleich zwei Veranstaltungen:

Am Dienstag, den 10. Juli 2012 wird das Musical “Woody Sez – The Life And Music of Woody Guthrie“ (in englischer Sprache) im Amerika Haus München zur Aufführung gebracht. Der Titel geht auf eine gleichnamige Kolumne zurück, die Woody Guthrie in den Dreißigerjahren für die kommunistische Zeitung People’sschrieb. Das Publikum erfährt nicht nur etwas über Guthries Lieder, sondern auch über sein Leben, seine Leidenschaft und seine Schwächen. Woody Guthrie ist Troubadour, Hofnarr und politisierender Bänkelsänger in einer Person. Wie viele andere vor ihm schrieb er oft neue Texte zu alten Liedern und Melodien, Texte, mit denen die traditionellen Fiddletunes, Schurkenballaden, Kinder- oder Liebeslieder einen neuen, tieferen Sinn bekamen. Woody Guthrie wollte mit seiner Musik den Menschen eine Stimme verleihen, die in der Gesellschaft nicht gehört wurden. Woody Sez legt davon Zeugnis ab. Das Programm holt Guthries Anliegen in die Jetztzeit. Mit einer Musik, die uns irgendwie vertraut ist. Ganz nach seinem Motto: „Ich möchte nur als der bekannt sein, der dir etwas erzählt, was du eigentlich schon längst weißt.“

Begleitheft zur Ausstellung

Begleitheft zur Ausstellung in unserem Shop erhältlich

Es spielen vier Schauspieler/Musiker in typischer Folkbesetzung (Gitarre, Bass, Banjo, Geige usw.):

  • David M. Lutken
  • Ruth Clarke Irons
  • Helen Russell
  • Andy Teirstein

Beginn: 20.00 Uhr

Eintritt: € 14/10; Reservierung 089 552537-0

Tags drauf, am Mittwoch, den 11. Juli 2012 wird im Münchner Gewerkschafthaus (Schwanthalerstr. 64) die Ausstellung „This Land Is Your Land“ eröffnet. Die Wanderausstellung zeichnet Guthries bewegten Lebensweg nach und zeigt ihn als vielseitigen Musiker, Schriftsteller, Entertainer, bildenden Künstler und „Politiker“. Woody Guthrie erlebte einige der bedeutendsten historischen Ereignisse des 20. Jahrhunderts – die Weltwirtschaftskrise, die großen Staubstürme, den Zweiten Weltkrieg, die sozialen und politischen Umwälzungen in Folge des Kalten Kriegs. Guthrie nahm das alles auf und beschrieb in seinen Liedern, seiner Prosa und Lyrik die Not der Menschen. Die Ausstellung stellt Guthries Lieder vor, die er selbst als „people’s songs“ bezeichnete. Außerdem werden seine Zeichnungen, Gemälde und Illustrationen gezeigt, und es wird ein Einblick in das 1996 von Tochter Nora Guthrie in New York eröffnete Woody-Guthrie-Archiv vermittelt.

Es sprechen:

  • Michael Kleff, Vorstandsmitglied der Woody Guthrie Foundation, New York, und Chefredakteur der Musikzeitschrift Folker
  • Dr. Alexander Klier, Leiter des DGB Bildungswerks München
  • Konsul John Crosby, US-Generalkonsulat München

 

Beginn: 19.00 Uhr

Eintritt: frei

Ausstellungsdauer: 12.-26. Juli 2012

Öffnungszeiten: Mo-Fr, 6.30-22.00 Uhr

 

Veranstalter: Lied und Soziale Bewegungen e.V. (Berlin), Woody Guthrie Foundation & Archives (New York), DGB Kreisverband München, KulturForum der Sozialdemokratie in München e.V., B.A.Z. Amerika Haus, US-Generalkonsulat München

Ausstellungseröffnung, Konzert und Filmvorführung

Die Ausstellung “Ostberlin – Westberlin. Musik und Politik in den 7oer/80er Jahren” wird an zentraler Stelle in Berlin noch einmal für fast einen ganzen Monat zu sehen sein. Am Vorabend des ersten Öffnungstages lädt der Verein “Lied und soziale Bewegungen” zur Vernissage mit Konzert und Filmvorführungen.

Zur Ausstellung:

Wolf Biermann, Die Drei Tornados, Karls Enkel, Lokomotive Kreuzberg, Oktoberklub, Gerulf Pannach, Barbara Thalheim, Ton Steine Scherben – Namen von Künstlern und Gruppen, die für die politisierten Musikszenen der 70er und 80er Jahre in Ost- und Westberlin stehen. Eine Mauer war zwischen ihnen, es gab Gegensätze, aber auch Kontakte und Gemeinsamkeiten.

Daß die Welt zu verändern und Musik politisch, ja möglichst eine “Waffe” zu sein habe, schien damals selbstverständlich zu sein. Gegen den Kapitalismus war man meist, am realen Sozialismus aber schieden sich die Geister und in den Fragen der konkreten politischen und künstlerischen Strategien erst recht.

Die Ausstellung begibt sich auf Spurensuche in die 70er und 80er Jahre. Porträts von Künstlern und Gruppen, Dokumente von Veranstaltungen und Ereignissen werden gezeigt.

Zur Eröffnung singt der Liedermacher Stefan Körbel, Lutz Kirchenwitz zeigt Filmausschnitte.

Ostberlin-Westberlin

Veranstaltungstipp: HOOTENANNY im HABBEMA

Mittwoch, 11. April, 19.30 Uhr
Unkostenbeitrag: 5 Euro

HOOTENANNY im HABBEMA
Bühne der Peter-Hacks-Gesellschaft
10405 Berlin-Prenzlauer Berg, Mülhauser Str.6, Hofgebäude / Ecke Prenzlauer Allee
www.peter-hacks-gesellschaft.de

Amerikanische Hootenannys in Deutschland – und der Kanadier Perry Friedman

Kaum ist der Frühling da, werden wieder “Lieder im HABBEMA” gesungen, aber diesmal nicht nur vom Podium aus, sondern gemeinsam mit den Leuten im Saal wie bei den Hootenannies in den 1960er Jahren. Die waren damals nicht nur im englischsprachigen Raum angesagt. In Deutschland – Ost wie West – war es der Pete-Seeger-Schüler Perry Friedman, der die alten Volkslieder entstaubte und die Leute zum Singen brachte.

Deshalb haben wir Brigitte Friedman zum Gespräch eingeladen, die Perrys Autobiografie aus dem Englischen übersetzt und 2004 herausgegeben hat. Einige Exemplare sind am Abend zu erwerben.

Jeder kann mitdiskutieren und mitsingen.

Wer Lieder mitbringen und vortragen möchte, sollte sich vorher beim Gastgeber des Abends, Jörn Fechner joernfechner@googlemail.com melden.

Da der Raum maximal 60 Plätze hat, bitte vorher bei Jutta Becker telefonisch 030 – 23 80 91 29 oder per Mail  j.becker@peter-hacks-gesellschaft.de  anmelden.

(Info durch: Jörn Fechner)

HABBEMA - Anfahrt

 

Woody Guthrie 100 – Ausstellung zu Gast in Caputh

Die Ausstellung “This Land Is Your Land – Woody Guthrie 100. Leben und Werk”, welche bereits beim diesjährigen “Festival Musik und Politik” gezeigt wurde, wandert weiter. Ab Ende April wird sie für rund 4 Wochen hier zu sehen sein:

 

Einsteinhaus Caputh

Einsteinhaus Caputh

Einsteinhaus
Am Waldrand 15-17
14548 Caputh

Ausstellung vom 28. April bis 23. Mai 2012
Samstags, Sonntags und Feiertags 10.00 – 18.00 Uhr
Besichtigung nur mit Führung; Erwachsene 5,00 EUR, ermäßigt 2,50 EUR

Das “Einsteinhaus” ist das ehemalige Sommerhaus Albert Einsteins in Caputh bei Potsdam. Im Jahre 2005 wurde es wiedereröffnet, nicht allein als Gedenkstätte, sondern vor allem auch als Begegnungsort, Forum für Workshops und Seminare.

Ausstellung und Begleitprogramm

Vom 4. bis zum 31. März 2012 wird die Ausstellung “This Land Is Your Land” – Woody Guthrie 100, Leben und Werk im Berliner August-Bebel-Institut zu sehen sein. In Zusammenarbeit mit “Lied und soziale Bewegungen e.V.” gibt es zudem ein Begleitprogramm.

Woody Guthrie, amerikanischer Singer/Songwriter und Chronist der 30er und 40er Jahre des 20. Jahrhunderts, ist eine Legende und Vorbild für Folksänger/innen in aller Welt. Am 14. Juli 2012 würde er 100 Jahre alt werden. Sein Song “This Land Is Your Land” – geschrieben aus der Sicht eines Arbeiters als leidenschaftliche Reaktion und Parodie auf Irving Berlins “God Bless America” – wurde zu zu einer Art alternativen Nationalhymne. Die Ausstellung “This Land Is Your Land” zeichnet mit Fotos, Dokumenten und Hörbeispielen ein facettenreiches Bild des Künstlers.

 

Woody Guthrie

Woody Guthrie

Galerie des August Bebel Instituts
Mo-Do 14-18 Uhr
Müllerstr. 163, 13353 Berlin
Tel. (030) 4692-121 / -122, Fax -124
kontakt@august-bebel-institut.de

 

Begleitprogramm:

So 4. März, 16-18 Uhr
Ausstellungseröffnung
Mit Guthrie-Songs von: John Shreve, Gitarre und Gesang; Kat Baloun, Blues Harp

Grußworte von Renate Harant, Mitglied des Abgeordnetenhauses;  Klaus-Jürgen Scherer, Kulturforum der Sozialdemokratie; Lutz Kirchenwitz, Lied und soziale Bewegungen e.V.; Ingo Siebert, August Bebel Institut

Mi 7. März, 18-20 Uhr
Krise, Politik und Poesie in den Liedern Woody Guthries

Arbeitslosigkeit, Armutsmigration, Auffanglager und Repression prägten in den USA der 1930er das Leben vieler Arbeiter. In Songs wie „Do Re Mi” und „Talking Dust Bowl Blues“ verlieh Woody Guthrie diesen Erfahrungen Ausdruck und kommentierte kritisch Gesellschaft und Politik während der Wirtschaftskrise. Mit Hörproben beleuchtet der Vortrag Leben, lyrisch-musikalisches Werk und politische Kritik des amerikanischen Singer/Songwriter und zeigt auf, was im heutigen politischen Lied von ihm weiterlebt.

Mit: Martin Butler, Juniorprofessor für Amerikanistik, Universität Oldenburg
Moderation: Lutz Kirchenwitz, Lied und soziale Bewegungen e.V.
Anmeldung bis 29. Februar über das August-Bebel-Institut [Veranstaltungsnummer S 72.2]

Mi 21. März, 17-18 Uhr
Führung durch die Ausstellung

Mit Lutz Kirchenwitz, Ausstellungsmacher, Lied und soziale Bewegungen e.V.
Anmeldung bis 14. März über das August-Bebel-Institut [Veranstaltungsnummer S 72.3]

Kulturnotstand in Pankow

Wie bereits HIER berichtet, leidet das Festival genau wie zahllose Künstler, Konzert- und Theaterbesucher, Eltern und Kinder unter dem hemmungslosen Kulturkahlschlag im Berliner Bezirk Pankow. Einzusehen ist, dass auch ein Kulturhaushalt Sparbeiträge zur Konsolidierung eines Bezirkshaushaltes leisten muss. Um 1 Million Euro einzusparen (Quelle: u.a. taz vom 18.1.2012), plant Kulturstadtrat Torsten Kühne (CDU) die Schließung von Bibliotheken, Musikschulen, Galerien und des kompletten Kulturstandortes rund um die WABE.

Abgesehen davon, dass der Einspareffekt durchaus umstritten ist, möchte doch niemand seine Kinder in einer Welt ohne Bibliotheken, Musikschulen und andere kulturelle Einrichtungen aufwachsen lassen. Erwachsene werden notfalls zu “Kulturflüchtlingen” – ein Prozess, der im bereits weitgehend ruhiggestellten Prenz’lberg schon längst Richtung Friedrichshain begonnen hat (ein kultureller touristischer Anziehungspunkt ist die süddeutsche Kleinstadt rund um den Kollwitzplatz längst nicht mehr). Doch wie sieht es eigentlich mit dem Nachwuchs aus? Und wo wird diese Jugend, sollte sie diese Jahre der Verblödung mit einem Restfunken Kreativität überleben, später die erste Band gründen, das erste Bild malen und ausstellen, Theater spielen?

Festivalkonzert 2005 in der WABE

Festivalkonzert 2005 in der WABE

In der Vergangenheit stand Berlin und gerade auch Pankow für kulturelle Vielfalt. Selbst wer niemals reist, hat hier die Chance, praktisch jede kulturelle Idee kennenzulernen. Die WABE ist ein gelungenes Beispiel für ein Kultur-Haus im Wortsinne. Hier gibt es seit über 20 Jahren Livemusik aller Art, aber auch Theater, Diskussionsrunden, Musikwettbewerbe, Kinderfeste. Hier spielen Newcomer neben etablierten und bekannten Künstlern, die faire Produktionsbedingungen für ihre Veranstaltungen vorfinden. Davon hätte die WABE schon öfters profitieren können. Allein – mögliche Einnahmen verschwinden im Bauch des Bezirkshaushaltes und möglicher kommerzieller Erfolg von Veranstaltungen wird der WABE überhaupt nicht angerechnet. Erhält die WABE im Gegenzug einen vernünftigen Etat zum Unterhalt und zur Planung von Veranstaltungen? Nein. Verdient die WABE – wie jeder andere Veranstalter auch – gut an der Gastronomie? Wieder Fehlanzeige. Nun wird die WABE wie ein Klotz am Bein behandelt. Statt sich der Verantwortung für die Musikkultur des großen Bezirks Pankow zu stellen, streicht man lieber die Stellen der letzten Mitarbeiter und die letzten Groschen Sachmittel. Die Einsparung ist nicht gerade riesig, zumal man ja die wirtschaftlichen Möglichkeiten gelungener Veranstaltungen unter den Tisch fallen lässt.

Das richtige Rezept wäre hier – genau wie bei Banken und südeuropäischen EU-Partnern – das AUSGEBEN von Geld! Dabei geht es nicht um Unsummen, sondern um Etats, die der WABE erlauben, ein nichtkommerzielles, allgemeinbildendes Konzept zu bewahren und auszubauen. Kulturarbeit erfüllt Funktionen in der Bildung, Integration, Nachwuchsgewinnung, aber auch bei der Imagepflege eines Bezirkes, der auf Touristen angewiesen ist (denn Fabriken gibt es hier genau so wenig wie in Griechenland). Kultur entsteht nicht allein aus Hobbies. Musiker können nicht alle Taxi fahren und nebenbei noch Werke schaffen. Theater kann sich nicht auf Busfahrten zu Musicals beschränken. Berlin-Pankow braucht geförderte Kultur, von ganz unten (Musikschulen) bis ganz oben (Konzerte mit namhaften Künstlern und Raum für freie Theatergruppen). Wenn der Kulturbetrieb erst einmal läuft, bringt er übrigens auch Einnahmen hervor, die zumindest die Ausgaben minimieren.

Der derzeitige Notbetrieb nach Haushaltssperre in der WABE bedeutet: kein ausgebildetes technisches Personal vor Ort, keine Security, keine Kartenverkäufer und Garderobieren. Schon gar nicht ist an Kartenvorverkauf und Künstlerbetreuung wie Catering oder Übernachtungsplätze zu denken. Und das bei bestehenden Verträgen wie z.B. mit uns und unseren Künstlern. Das Festival mit seinen kaum kommerzialisierbaren Veranstaltungen ist durch die entstehenden Mehrkosten akut gefährdet. Doch wir sind nur ein winziger Ausschnitt des Gesamtproblems…

Berlin leistet sich enorme Ausgaben an anderen Stellen. Die eine Million für Kultur in Pankow, Prenzlauer Berg, Weißensee ist jedoch anscheinend nicht aufzutreiben. Möglicherweise steckt sie in einer Ecke vom Stadtschloss (geplanter Berliner Anteil: 32 Millionen). Eine potente Firma wie BMW baut derweil ein neues repräsentatives Autohaus für sogar 65 Millionen in Berlin. Man hätte ja wenigstens mal nach einer Spende fragen können. Bürgermeister Klaus Wowereit ist gerade unterwegs (er hat ein wulffiges Ticket nach Rom bekommen). Betreibt er dort Fundraising?

 

Berliner Kulturstandort bedroht… und damit das Festival

Einige der wichtigsten Festivalstandorte liegen im Berliner Stadtbezirk Prenzlauer Berg, konzentriert im “Kulturareal im Ernst Thälmann Park”. Dazu gehört die traditionsreiche WABE, die zu DDR-Zeiten als Kulturhaus für den Bezirk errichtet wurde und bis heute ein überregional wichtiger Kulturstandort ist. Unzählige Künstler aus nahezu allen Musikszenen und aus der ganzen Welt traten und treten hier auf.

Doch diese Bühne ist, genau wie das Theater unterm Dach, Galerie und Jugendtheateretage (ehemals ZwiEt) bereits seit Jahren und jetzt auch wieder akut von Schließung bedroht.  Die WABE wird auf Sparflamme gekocht; sie überlebt nur aufgrund des Engagements ihrer wenigen festen Mitarbeiter und der Aktivitäten des Aktionsbündnisses Berliner Künstler.

Befremdlich ist nicht nur, dass die öffentlichen Kulturträger des Bezirkes Pankow/Prenzlauer Berg (und beileibe nicht nur die WABE!) praktisch platt gemacht werden, sondern auch, dass die im Haushalt des Bezirkes fehlenden Mittel nur Bruchteile der Beträge darstellen, die anderswo in Berlin für Hochglanz- und Prestigeprojekte verbraten werden. Gleichfalls unerhört ist die Tatsache, dass selbst vertraglich gebundene Veranstaltungen wie unser Festival davon bedroht sind.

Dazu gibt es einen Brief des Festivalleiters Dr. Lutz Kirchenwitz an den Kulturstaatssekretär André Schmitz und den Kulturstadtrat von Pankow, Torsten Kühne. Im folgenden der Wortlaut:

Sehr geehrter Herr Schmitz,

seit zwölf Jahren veranstalten wir in Berlin das internationale Festival Musik und Politik, zu einem Teil in Veranstaltungsstätten wie der Kulturbrauerei oder der Volksbühne, zum anderen Teil aber im Kulturareal Thälmann-Park mit der WABE im Mittelpunkt. Hier findet der Hauptteil des Festivals mit Ausstellungen, Gesprächen, Filmvorführungen und Konzerten statt.

Schon mehrfach drohte das Festival durch Schließungspläne bzw. Haushaltssperren in Pankow buchstäblich in letzter Minute zu scheitern. Das ist nun wieder der Fall.

Wir haben in Kooperation mit den Woody Guthrie  Archives (New York), der Internationalen Hanns Eisler Gesellschaft, der Botschaft der Vereinigten Staaten von Amerika, der Rosa-Luxemburg-Stiftung, dem DeutschlandRadio und anderen Partnern ein Programm vorbereitet, Plakate, Programmhefte und Flyer gedruckt, und nun hat die WABE keine Veranstaltungsmittel und ist von der Schließung bedroht. Das ist kräftezehrend und tödlich für eine kontinuierliche Kulturarbeit.
 
Sehr geehrter Herr Schmitz, wir bitten Sie, sich für die Freigabe der  Veranstaltungsmittel und gegen die Pankower Schließungspläne einzusetzen.

Mit freundlichen Grüßen

Lutz Kirchenwitz
LIED UND SOZIALE BEWEGUNGEN E.V.
c/o Dr. Lutz Kirchenwitz

Weiter Informationen:

Konzerttipp: Inti Illimani Histórico & Eva Ayllón

Für Berliner und Berlinbesucher bietet das “Haus der Kulturen der Welt” im Juni ein sehr empfehlenswertes Konzert:

Eva Ayllón

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Zum ersten Mal gemeinsam auf der Bühne: Eva Ayllón, von der Los Angeles Times als “Tina Turner Perus” verehrt und von Mercedes Sosa als “schwarze Stimme Lateinamerikas” apostrophiert, trifft auf die legendären Inti Illimani, die mit “Venceremos” die Hymne für Salvador Allendes Unidad Popular schufen und zu Ikonen des Nueva canción, des politischen Folksongs, avancierten.

Inti Illimani

Inti Illimani

Konzert am 26. Juni 2011, 20 Uhr,

Eintritt 22 bzw. 18 € …. Tickets online

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