Festival 2003

Festival Musik und Politik 2003

20. bis 24. Februar 2003

Datum Veranstaltung Stadt Location
So, 23.2.03 Lesung und Lieder: Dieter Süverkrüp Berlin Distel
Zeit: 16:00. Adresse: Friedrichstr. 101. Location Telefonnummer: (030) 203 00 0-0. “Süverkrüps Liederjahre 1963-1985 ff.” (Buch- und CD-Box-Premiere”, Grupello-Verlag) Dieter Süverkrüp, Grafiker und als Liedermacher einst gemeinsam mit Franz-Joseph Degenhardt, Hanns Dieter Hüsch und Wolfgang Neuss auf der Bühne, präsentiert in dieser Veranstaltung ein Buch, einen CD-Viererpack und zahlreiche Radierungen. Süverkrüp hat seit über zehn Jahren nicht mehr gesungen und keineswegs ein Comeback im Sinne. Aber er sei neugierig, sagt er, ob er die alten Sachen überhaupt noch draufhabe – und auch, ob man die eingebauten Zeitzünder noch ticken hören könne, was ja nicht sicher sei.
So, 23.2.03 Konzert: Alexander Gorodnitzki (Russland), begleitet von Ilja Timakow (Gitarre) Berlin WABE
Zeit: 15:00. Adresse: Danziger Str. 101. Der 1933 in Leningrad geborene promovierte Geophysiker schrieb 1953 seine ersten romatischen Lieder voller Abenteuerlust und Fernweh. Diese Lieder waren in den 50er und 60er Jahren unter den Studenten des Landes sehr verbreitet. 1961 war er Mitbegründer des Liedklubs “Wostok” in seiner Heimatstadt, 1967 kam sein erster Gedichtband heraus. Begleitet wird er auf der Gitarre von Ilja Timakow, der in Berlin lebt und sich hier für die Popularisierung des russischen Bardenliedes einsetzt. In Zusammenarbeit mit der Stiftung West-Östliche Begegnungen und dem Liedermacherklub Takt.
So, 23.2.03 Gespräch: Alexander Gorodnitzki (Russland) Berlin WABE
Zeit: 13:00. Adresse: Danziger Str. 101. Moderation: Dr. Katja Lebedewa (Slawistin)
So, 23.2.03 Ost-West-Frühschoppen Berlin Mosquito Bar
Zeit: 11:00. Adresse: Danziger Str. 101. – Alte Platten (70er, 80er Rock) – gut aufgelegt von Lüül (Lutz Ulbrich, 17 Hippies, Agitation Free und Ash Ra Tempel) und Angelika Weiz (Sängerin, u.a. bei Günter Fischer, Loud People, The Swing Sisters); Moderation: Jürgen Karwelat (Jurist und Sammler deutsch-deutscher Rockmusik) Jeder hat seine Lieblingsplatten, verbindet mit bestimmten Musikstücken bestimmte Erinnerungen. Wir werden sehen (und vor allem hören), was Ost und West gut gefunden haben. Wie fremd oder ähnlich waren sich die Musikszenen in Ost und West? Wer hat wen gekannt und geliebt? Man darf gespannt sein auf die persönlichen Favoriten. In Zusammenarbeit mit der Berliner Geschichtswerkstatt e.V. und Helle Panke e.V.
Sa, 22.2.03 Gespräch: Die Künstler und der Krieg Berlin Galerie ZwiEt
Zeit: 23:00. Adresse: Danziger Str. 101. Mit Attila the Stockbroker (Großbritannien), Alexander Gorodnitzki (Russland), Michael Kleff (Deutschland/USA), Tommy Sands (Irland), Hans-Eckardt Wenzel (Deutschland); Moderation: Petra Schwarz.
Sa, 22.2.03 Konzert: Hans-Eckardt Wenzel und Band (Berlin) Berlin WABE
Zeit: 20:00. Adresse: Danziger Str. 101. Hans-Eckardt Wenzel drückte in den 70er/80er Jahren Projekten wie Karls Enkel, Hammer=Rehwü und Wenzel & Mensching seinen Stempel auf. Vor genau drei Jahren stand er mit Billy Bragg auf der Bühne der WABE. Dass dieses Konzert einmal Ausgangspunkt für sein Woody-Guthrie-Projekt sein würde, hat er damals nicht geahnt. Wenzel diesmal mit seiner neuen Band und dem Programm “Grünes Licht”
Sa, 22.2.03 Gespräch: Hans-Christian Ströbele (Bundestagsabgeordneter der Grünen) Berlin Galerie ZwiEt
Zeit: 18:00. Adresse: Danziger Str. 101. Moderation: Petra Schwarz (Journalistin) Das berühmte Wahlplakat von Ströbele Der 1939 in Halle geborene Anwalt steht nach eigener Aussage für “linke Politik gegen Krieg, gegen Korruption und für soziale Gerechtigkeit” und errang 2002 nicht zuletzt dank Votum der Ostwähler das erste und einzige Direktmandat für die Grünen im Bundestag. Er sieht sich als “Lobbyist eines Wahlkreises, der von den Yorckbrücken bis zur Ostseestraße reicht” – Gelegenheit also, ihn nach Zielen und Resultaten seiner Lobbyarbeit im Bundestag zu fragen.
Sa, 22.2.03 Liederkino Karls Enkel Berlin Galerie ZwiEt
Zeit: 17:00. Adresse: Danziger Str. 101. Ausschnitte aus Programmen des Liedertheaters Karls Enkel:”…der Pilger Mühsam” (1982), “Die komische Tragödie des 18. Brumaire…” (1984) In Zusammenarbeit mit der Stiftung Archiv der Akademie der Künste
Sa, 22.2.03 Podiumsgespräch: “Ostberlin-Westberlin” Berlin WABE
Zeit: 15:00. Adresse: Danziger Str. 101. – Musik und Politik in den 70er, 80er Jahren – mit Helmut Kammel (ehem. in der Generaldirektion der Künstleragentur der DDR), Gerd Möbius (Autor und Produzent, Bruder von Rio Reiser), Bernhard Potschka (Musiker und Produzent, u.a. Lok Kreuzberg, Nina Hagen, Spliff), Fritz Rau (Konzertveranstalter), Salli Sallmann(Journalist, SFB), Barbara Thalheim (Liedermacherin, Konzertveranstalterin); Moderation: Olaf Leitner (Journalist, ehem. Musikredakteur beim RiAS), Dr. Lutz Kirchenwitz (Kulturwissenschaftler, Mitbegründer des Oktoberklubs)
Die 70er und 80er Jahre – was wird erinnert, was vergessen? Dass Musik politisch, ja möglichst eine “Waffe” zu sein habe, war damals eine verbreitete Auffassung. Welche Szenen, welche Unterschiede, welche Gemeinsamkeiten gab es in Ost- und Westberlin? Was ist davon geblieben? Und wie gehen die Akteure von einst (aus Ost und West) heute miteinander um?
In Zusammenarbeit mit der Friedrich-Ebert-Stiftung
Sa, 22.2.03 Liederkino Berlin WABE
Zeit: 13:00. Adresse: Danziger Str. 101. Kurzfilmprogramm: Oktoberklub, Festival des politischen Liedes 1972, Hanns-Eisler-Chor/Maren Kroymann, Ton Steine Scherben, “Künstler für den Frieden” (Waldbühne 1982), Udo Lindenberg (Palast der Republik 1983), Hammer=Rehwü 1982, Rockpoeten-Tour 1989 mit Heinz-Rudolf Kunze, Manfred Maurenbrecher, Stefan Stoppok, Wendelieder 1989 mit Wenzel & Mensching, Barbara Thalheim, Gerhard Schöne, Wolf Biermann, Eva-Maria Hagen
Fr, 21.2.03 - So, 23.2.03 Ausstellung: “Ostberlin-Westberlin. Musik und Politik in den 70er, 80er Jahren” Berlin Galerie ZwiEt
Adresse: Danziger Str. 101. mit “Abhörstation”
Eröffnung durch Günter Mayer und Albrecht Dümling (Musikwissenschaftler aus Ost und West)
Die 70er und 80er Jahre: Kalter Krieg und Entspannung und politisierte Musikszenen in Ost- und Westberlin. Die Ausstellung zeigt Streiflichter aus dieser Zeit, also Bands und Gruppen wie Die Drei Tornados, Hanns-Eisler-Chor, Karls Enkel, Lokomotive Kreuzberg, Oktoberklub und Ton Steine Scherben, KünstlerInnen wie Wolf Biermann, Gerulf Pannach, Gerhard Schöne und Barbara Thalheim, Aktionen und Veranstaltungen wie das Festival des politischen Liedes, die X.
Weltfestspiele 1973, die Friedensbewegung, den Liedersommer, die Rockpoeten-Tour und die Wende 1987. Die “Abhörstation” bietet Berlin-Lieder sowie Aufnahmen der Drei Tornados, von Karls Enkel und Lokomotive Kreuzberg/Nina-Hagen-Band/Spliff und aus dem Prenzlauer-Berg-Programm des Oktoberklubs.
Fr, 21.2.03 Liederkino Pete Seeger in Berlin 1967 Berlin Galerie ZwiEt
Zeit: 23:00. Adresse: Danziger Str. 101. Pete Seeger, der Altmeister des amerikanischen Folksongs, gastierte zweimal in Berlin, 1967 (begrüßt vom damaligen Hootenanny-Klub) und 1986 (beim 16. Festival des politischen Liedes). Der Mitschnitt seines Konzerts im Januar 1967 in der Volksbühne wurde jetzt gefunden und wird erstmals wieder gezeigt.
Fr, 21.2.03 Konzert: Attila the Stockbroker (Großbritannien) Tom Sands (Irland) Berlin WABE
Zeit: 20:00. Adresse: Danziger Str. 101. anschließend Gespräch Attila live in Cambridge (Foto von seiner Website) Tommy Sands (Sands Family)
Attila bezeichnet sich als “wandernden Spielmann, scharfzüngigen radikalen Poeten, Liedermacher, Musiker und Komponisten”. Als solcher tritt er seit zwanzig Jahren bei Literatur- und Musikfestivals in aller Welt auf, unter anderem war er auch auf dem Festival des politischen Liedes 1987 in Berlin. Beim diesjährigen Festival gibt es in der WABE einen Soloauftritt mit Liedern und Gedichten, Erinnerungen und Erfahrungen, deutsch und englisch.

Tommy Sands ist einer der wichtigsten Liedermacher Irlands. Pete Seeger bescheinigte ihm eine wundervolle Balance zwischen den Traditionen seiner Heimat und der Verbundenheit mit der Zukunft der Welt. Mit der Sands Family hat er viele Länder bereist und ist auch in beiden deutschen Staaten aufgetreten. Im August 1996 trug er gemeinsam mit anderen Künstlern dazu bei, die verfeindeten Parteien in Belfast an einen Tisch zu bringen. Im Dezember 2002 hat er im nordirischen Parlament als “Weihnachtsgeschenk” einen Abend mit Künstlern und Politikern verschiedener Richtungen veranstaltet, der Mut machen sollte, trotz Rückschlägen am Prozess der Versöhnung festzuhalten.
Fr, 21.2.03 Folker!-Gespräch: Musik und Zensur nach dem 11. September Berlin Galerie ZwiEt
Zeit: 18:00. Adresse: Danziger Str. 101. mit Martin Büsser (Publizist) und Werner Pieper (Verleger, Autor), Moderation: Michael Kleff (Journalist) Musik und Zensur? Auf den ersten Blick eine Angelegenheit für Diktaturen und für Länder mit unterentwickelten demokratischen Strukturen. Doch beim näheren Hinsehen zeigt sich, dass auch in so genannten Demokratien Mechanismen von Zensur und Selbstzensur anzutreffen sind. Die Ereignisse vom 11. September 2001 werden von manchen Regierungen jetzt zudem genutzt, um kritische Stimmen als “Terroristensympathisanten” mundtot zu machen. In Zusammenarbeit mit Helle Panke e.V.
Do, 20.2.03 Konzert: Rantanplan (Skapunk aus Hamburg) Berlin WABE
Zeit: 21:00. Adresse: Danziger Str. 101. Eine intelligente und erfrischende Mischung aus Ska, Punk und Reggae. Keinesfalls politisch vordergründig oder dogmatisch plakativ. Trotzdem den Problemen unserer Zeit verpflichtet, naiv und poetisch betrachtend und nichts von oberflächlicher Spaßkultur oder Unverbindlichkeit.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.