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Aus dem Festivalprogramm: Das Samstag-Abend-Konzert

In Zusammenarbeit mit „Helle Panke“ e.V. – Rosa-Luxemburg-Stiftung Berlin

Der Samstagabend gehört beim Festival der Folk- und Weltmusik. Rechtzeitiges Erscheinen lohnt sich diesmal doppelt (nicht nur wegen eines “guten Platzes”): schon vor dem offiziellen Konzertbeginn wird das Foyer der WABE befeuert von den

Boxhagener Stadtmusikanten

Die Boxhagener Stadtmusikanten machen tanzbare Straßenmusik, und das nicht nur auf dem Boxhagener Platz (wo sie als Gruppe 2009 ihr erstes Konzert hatten) oder auf der gleichnamigen Straße, sondern auch im Foyer der WABE, wo es schon vor dem (zumindest im ersten Part etwas ernsteren) Abend was zum Aufwärmen gibt. Und zwar eine gute Mischung aus Folkjazz, Polka, Swing, Dixieland, Klezmer, Hippiemusik der 60er (genannt Hippiejazz), Weltmusik oder sonstwie Tanzbares – man kann gar nicht genug Schachteln für ihre verschiedenen Stile aufmachen – und das mit dreistimmig arrangierten Bläsersätzen und (bzw. oder) Musetteakkordeon. Die sieben- bis achtköpfige Gruppe (die 17 Hippies sind ja auch nicht immer 17) legt Wert auf ihre Musikalität, die den vier Tieren ja eher abzusprechen wäre, doch der Zusammenhalt der Gruppe soll mindestens genauso stark sein bei den Bremer Stadtmusikanten: “Gemeinsam lässt sich mehr erreichen als allein.” (Zitat aus dem Folker-Interview 03/2013)

Boxhagener Stadtmusikanten

Boxhagener Stadtmusikanten

Und so beschreiben die Boxhagener Stadtmusikanten ihr Spektrum:

  • von 20 bis 68 (Jahre)
  • von Student bis Rentner
  • von Katholik bis Atheist
  • von Feminist bis Chauvinist
  • von Mathematiker bis
  • Lehrer
  • von Südfrankreich bis
  • Ostberlin
  • von Hobby bis professionell
  • von weiblich bis männlich
  • von Jazzer bis Folker
  • von Kopf- bis Bauch(gefühl)
  • von Klezmer bis Tango
  • von Anti-Nazi bis Anti-Atom
  • von Straßenrand bis Ballsaal

Besetzung

  • Steffen Rehm – tp
  • Monika Fus – ss
  • Christian Pugatschow – acc
  • Barbara Lange – g
  • Sabine Maxant – b
  • Anne Vogel – dr
  • Wolf Bayer – cl

Aktuelle CD

  • Tanz aus der Reihe

Webseite

Weiter gehts mit:

Die Grenzgänger

“1914 – Maikäfer flieg!” Lieder und Texte aus dem Ersten Weltkrieg

Die Grenzgänger aus Bremen, (gegründet Ende der achtziger Jahre), überschreiten mit ihren Konzeptprogrammen nicht nur räumliche Grenzen (vgl. “Emigrantenlieder” der Auswanderer), sondern sie begeben sich auch konsequent zu den zeitgenössischen Quellen wichtiger Ereignisse der neueren Geschichte. Zum Festival Musik und Politik 2006 kamen sie mit dem Programm zur Märzrevolution von 1920. Das neueste Projekt der Grenzgänger hat 2014 beim Festival Musik und Politik in Berlin Premiere, das Programm “1914 – Maikäfer flieg!” mit Liedern und Texten aus dem Ersten Weltkrieg.

Zu Beginn des Ersten Weltkrieges waren die Zeitungen voll mit selbstverfassten Gedichten und Liedern ihrer Leser. Die während des Krieges entstandenen und gesungenen Lieder und Gedichte wurden vom im gleichen Jahr gegründeten Deutschen Volksliedarchiv in Freiburg akribisch gesammelt und dokumentiert. Etwa 14 000 Gedichte und 3000 Lieder kamen so zusammen und warten seit beinahe 100 Jahren auf jemanden, der sich ernsthaft damit beschäftigt.

Die Texte erzählen von der anfänglichen Kriegsbegeisterung vieler, vom Alltag der zurückgebliebenen Frauen und Kinder, vom Leben in den Schützengräben, von Läusen, Steckrüben und Hunger, von Prostitution und Kindern, die bei Regimentern aufwachsen, von Tod und Verderben und vom Versuch, sich einen Reim zu machen auf eine Welt, die in Flammen aufgeht.

Die Grenzgänger

Die Grenzgänger

Zum 100. Jahrestag der Ereignisse präsentieren Michael Zachcial und die Bremer Gruppe Die Grenzgänger ein Programm und eine CD mit Liedern aus dieser einzigartigen Sammlung im Deutschen Volksliedarchiv.

Besetzung

  • Jörg Fröse – v, bj, mand, voc
  • Michael Zachcial – voc, g
  • Annette Rettich –  vc
  • Felix Kroll – acc, voc

Aktuelle CD

  • Dunkel wars, der Mond schien helle – Kinderlieder

Webseite

Aus Italien kommt:

Casa del Vento

Casa del Vento ist eine Folkgruppe aus der Provinz Arezzo in Italien. Sie begann in den neunziger Jahren, damals noch unter dem Namen Teach na Gaothe (galico für “Windhaus”), mit irischer Folkmusik. 1999 produzierte sie ihr erstes Album, Senza bandiera. Mit dieser Platte, der anschließenden Arbeit, 900 (Novecento), und in Zusammenarbeit mit Stefano Cisco Bellotti von den Modena City Ramblers begann sie sich in Richtung Folk Rock zu entwickeln.

Inzwischen ist ihre Musik weniger irisch und insgesamt rockiger, aber auch poetischer geworden. Dazu hat sicher auch Rocklegende Patty Smith beigetragen, die seit einigen Jahren oft gemeinsam mit Casa del Vento auftritt.

Die Texte der Band nähern sich den sozialen Brennpunkten Italiens. Sie sprechen von der Resistenza, von Menschen, die nicht überlebt haben, von Carlo und Genua 2001, von Pasolini, von den illegalen Migranten, sie rütteln auf, zitieren Ken Loach, sprechen von Arbeitslosigkeit oder vom großen Nichts, das die Leute gleichgültig macht und einzuschläfern droht. Die Texte sind sehr direkt, aber nie plakativ oder platt.

Casa del Vento

Casa del Vento

Casa del Vento hat u.a. den Titelsong für den ergreifenden Film von Marco Tullio Giordana “La meglio gioventù” (Die besten Jahre, 2003) produziert.

Besetzung

  • Luca Lanzi – voc, g, bj
  • Sauro Lanzi – acc, tp, tb, pw
  • Massimiliano Gregorio – b
  • Fabrizio Morganti – dr, perc
  • Andreas Petermann – v
  • Ricardo Dellocchio – g, dobro

Aktuelle CD

  • Giorni dell’Eden

Webseite

 

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