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Festivalvorschau Teil 13 – Liederbestenliste präsentiert

Liederbestenliste

In Kooperation mit dem Verein für deutschsprachige Musik e.V. und Gundermanns Seilschaft e.V.

Zum Wochenende gibt noch einmal ein Info-Update zum Festival. Heute geht es um eine der wichtigsten und seit Jahren beliebtesten Veranstaltungen im Rahmen des Festivalprogramms: die Präsentation von Preisträgern der Liederbestenliste.

In dies bereits traditionsreichen Konzertveranstaltung in der Berliner WABE stellen gestandene Berufskollegen und Preisträger der Liederbestenliste ihre eigenen aktuellen Programme, aber auch Nachwuchskünstler vor.

1984 richtete der SWF in Baden-Baden eine Hitparade für das deutschsprachige Lied ein, und der damalige Hörfunkdirektor Bernhard Hermann begründete das so: „auch das zähle ich zur Grundversorgung im Radio: einen Sendeplatz für deutschsprachige Musik, die weder zum Musikantenstadl noch nach den Top Charts schielt.”

Diese Begründung könnte man heute mehr denn je unterschreiben, nur der SWF-Nachfolger SWR will davon nichts mehr wissen. Träger der Liederbestenliste ist heute der Verein deutschsprachige Musik, den die Jurymitglieder Ende 2003 gründeten. Die (ehrenamtliche) Jury der “Liederbestenliste”  erstellt monatlich eine “Hitparade” mit deutschsprachigen Liedern. Jede(r) der 20 JurorInnen aus der Schweiz, Österreich, Belgien und Deutschland nennt und “bepunktet” sieben Lieder, denen sie oder er möglichst viele HörerInnen wünscht.  Daraus ergibt sich die Monatsliste. Das Lied mit den meisten Punkten erhält den Jahrespreis (Berechnungszeitraum ist das Jahr zwischen Juli und Juni).

Außerdem werden eine “CD des Monats”  und eine “CD des Jahres” gewählt, und die JurorInnen geben persönliche Empfehlungen ab – monatlich zum einen für ein Lied und zum anderen für eine CD. Bei einem alljährlichen Liederfest werden der Liederpreis (Jahrespreis) und ein Förderpreis vergeben. Seit 2004 wird auch beim Festival Musik und Politik der  Liederpreisträger vorgestellt, und er päsentiert den Förderpreisträger und eine/n weitere/n interessante Liedermacher/in.

Die Künstler von “Liederbestenliste präsentiert” beim Festival 2013:

Barbara Thalheim & Band

Barbara Thalheim

Barbara Thalheim

Liedermacherin wurde Barbara Thalheim, um – wie sie sagt – “…mein permanentes Versagen zu kompensieren. Als ihre erste Amiga-Schallplatte “Lebenslauf” (1977) veröffentlicht wurde, schrieb ihr ehemaliger Deutschlehrer in der DDR-Lehrerzeitung einen Essay über die Spezies der Spätzünder.

Thalheim veröffentlichte seither mehr als 20 Tonträger. In den 90er Jahren begann sie, Prosa zu schreiben. Das autobiographische Buch “Mugge” erschien 2001, das Kunstbuch “Vorm Tod ist alles Leben” 2011.

1993 ging Barbara Thalheim für einige Zeit nach Paris. Als sie aus dem Land des Chansons nach Deutschland zurückkehrte, gab sie 1995 ihren Bühnenabschied, der genau drei Jahre währte. Mit 20 neuen Liedern und dem Programm “In eigener Sache” kehrte die Liedermacherin 1999 zurück auf die Bühne. Großen Anteil am Bühnen-Comeback hatte ihr künstlerischer Zwilling, der französische Akkordeonist und Komponist Jean Pacalet. Das “Dream Team” Thalheim/Pacalet arbeitete seit 1994 zusammen, bis Jean im Sommer 2011 starb. Barbara Thalheim zog sich erneut von der Bühne zurück.

“Der Verlust von Jean Pacalet ist mein persönlicher Tsunami…”, sagt sie. Im Frühjahr 2012 war die Liedermacherin ein Vierteljahr Stipendiatin des Kulturministeriums Niedersachsen im Künstlerhof Schreyahn, Wendland. Dort entstanden neue Lieder, mit denen sie – viel seltener als früher zwar – aber doch wieder unterwegs ist. Im Dezember 2012 war Barbara Thalheim zu Konzerten in Chile. Ein Lied, das dort entstand, stellt sie beim Festival zum ersten Mal vor. Und: Sie moderiert den Abend “Liederbestenliste präsentiert”.

CaroKisteKontrabass

CaroKisteKontrabass

CaroKisteKontrabass

Was für die drei 2009 eher spontan als Vorprogramm für befreundete Musiker begann, hat sich mittlerweile zum Geheimtipp entwickelt. Mit einer nicht ganz alltäglichen Poesie enthüllt das Trio kostbare Momentaufnahmen und bietet trotz schmaler Instrumentalbesetzung ein abwechslungsreiches Programm. Jeder Text bekommt seine maßgeschneiderte Musik. Doch Vorsicht! Was, in eingängige Melodien verpackt, im ersten Moment manchmal träumerisch-harmlos daherkommt, entpuppt sich bei näherem Hinhören schon mal als eine bittersüße Zwischenbilanz mit Leben, Gesellschaft und Liebe.

Im März 2012 hat das Trio sein Debütalbum “In der Nähe der Zufriedenheit” im Eigenverlag veröffentlicht. Der Titel “Egal was” hielt sich dann gleich von Mai bis November 2012 hartnäckig auf den oberen Plätzen der Liederbestenliste (1. Platz im Juni). Ausserdem wählte die Jury “In der Nähe der Zufriedenheit” zur CD des Monats Juli.

Im September 2012 wurden CaroKisteKontrabass mit dem Förderpreis der Liederbestenliste ausgezeichnet. In der Begründung der Jury heißt es u.a.: ” Sowohl Werners Gesangsstil als auch ihre Texte kommen frech und sensibel, wild und zart, voller Leichtigkeit und Kraft daher. Elemente von Swing, Folk, Jazz, Rap und Chanson, angereichert mit einer Prise  Balkangroove und ein wenig Karibikflair, vereint das Trio mit ungezwungener Selbstverständlichkeit, alles harmoniert bestens miteinander. Zusammen mit den sinnlich-sinnigen Texten entsteht ein stimmiges Ganzes. CaroKisteKontrabass heben sich wohltuend von dem ab, was in den etablierten Medien alltäglich musikalisch geboten wird.”

Maike Rosa Vogel

Maike Rosa Vogel

Maike Rosa Vogel

Ihr zweiter Vorname verweist auf Rosa Luxemburg, und das hat ziemlich eindeutig damit zu tun, dass sie aus einem sozialistisch geprägten Elternhaus kommt. In Frankfurt am Main geboren, ist die Absolventin der Popakademie Baden-Württemberg seit längerem schon in Berlin zu Hause.

Maike Rosa Vogel bezeichnet Sven Regner als “Anwalt meiner Songs”. Er bezeichnet sie als “Solitär”, hat sie ermutigt, ihre Lieder so schnörkellos aufzunehmen, wie sie diese auf der Bühne vorträgt, und hat mit ihr 2011 das Album “Unvollkommen” produziert. Der Sänger von Element of Crime nahm die Liedermacherin 2011 mit auf Tour und ließ sie im Vorprogramm seiner Gruppe auftreten. 2011 hat sie auch für diverse Filme Songs und Musik geschrieben und gesungen, und seit 2012 steht sie in Milan Peschels Inszenierung von Sven Regeners Stück “Der kleine Bruder” im Maxim Gorki Theater als Musikerin auf der Bühne.

Maike Rosa Vogel sagt klipp und klar, dass sie etwas nicht kann: “ich kann nicht lügen”. Sie schreibt Lieder, die offen und geradlinig sind, Lieder über die Liebe und Hartz IV, über Schmerz und Glück. Sie singt: “Wenn andere taktieren, dann steh ich da, nur mit mir / und weiß, wenn ich da bleibe, komme ich klar, was auch passiert.”

Es gibt sie noch, die herzerwärmenden Liedermacherinnen. Eine von ihnen kommt aus Berlin und hört auf den Namen Maike Rosa Vogel.” Die Zeit, 17.3.2011

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