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Die Verhältnisse rocken – attac

In Zusammenarbeit mit Attac, „Helle Panke“ e.V. – Rosa-Luxemburg-Stiftung Berlin und Rosa-Luxemburg-Stiftung

Stoppok & Worthy

Stoppok & Worthy

Stoppok + Worthy

Besetzung:
  • Stefan Stoppok, voc, g
  • Reggie Worthy, voc, b

Stoppok ist dafür bekannt, dass er sich weder von der Musikindustrie vereinnahmen noch vor irgendeinen Karren spannen lässt. Stoppok geht seinen Weg jenseits aller Trends und veröffentlicht erdige Alben, die eine eigenständige Mischung aus Folk, Rock, Rhythm & Blues und Country, kombiniert mit hervorragenden deutschen Texten, darstellen – seit 30 Jahren. Er singt mit feinem Humor über die Widrigkeiten des Alltags und profiliert sich dabei immer wieder neu als kritischer Betrachter seiner Umwelt.

In die Volksbühne kommt Stoppok mit Worthy. Die beiden haben seit April 2010 ihr zweites Studioalbum „Grundblues 2.1“ im Handel: mit viel Bio, wenig Elektro, viel Freude und Texten, die vom wirklichen Leben erzählen. Dabei zeigen sie, wie fett und groovy ein Akustik-Duo klingen kann. Blues gehört zwar schon immer zu Stoppok und seinen Liedern, doch „Grundblues 2.1“ ist Blues in Reinform.

Stoppok erlebte britische Legenden des weißen Blues wie Alexis Korner und Peter Green, während Reggie Worthy durch die schwarze Musik von Mississippi John Hurt, Elmore James, Memphis Minnie und Ike Turner, bei dem er auch in der Band spielte, geprägt ist. So ist es kein Wunder, dass sich Stoppok plus Worthy vor diesem Genre mit Hochachtung verneigen.

Dota Kehr

Dota Kehr

Dota Kehr

Besetzung:

  • Dota Kehr, voc, g

Die Berlinerin ist auch bekannt als „Die Kleingeldprinzessin“. Diesen Namen hat sie sich von ihren Straßenmusikweltreisen mitgebracht. 2003 trifft sie auf die Stadtpiraten – drei experimentierfreudige Mitstreiter, die mit jazzigem Klang und guten Ideen ihre Stücke bereichern. Ihre Lieder klingen nach Bossa Nova und Taschen-Swing, nach Reggae und Surfrock, ihre Texte erzählen von verstrickten und verzwickten Gefühlen des Alltags, voll Wortwitz und Leichtigkeit und erobern so das Publikum in ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Mal allein, mal begleitet von den Stadtpiraten erspielt sie sich ein immer größer werdendes Publikum. Man kommt, um zu tanzen und zu lauschen. Ebenfalls 2003 erscheint ihre erste CD, sechs weitere folgen. Alles unter Eigenregie und auf ihrem eigenen Label „Kleingeldprinzessin Records“, und der Erfolg bleibt nicht aus. Auch außerhalb Deutschlands wird man auf Dota Kehr aufmerksam. 2006 lädt sie das Goethe-Institut nach Russland und 2009 nach Neuseeland ein, 2007 tourt die Kleingeldprinzessin durch Brasilien, wo auf dem Label des brasilianischen Musikers Chico César eine Compilation erscheint.

Dota Kehr schätzt die präzise und gut geschriebene gesellschaftliche Beobachtung mehr als den erhobenen Zeigefinger. Sie beschreibt „Erschlossenes Land“, kontrastiert
die Träume von einer gerechteren Welt mit den realen Widersprüchen und besingt die „Utopie“. Sie will sich nicht parteipolitisch vereinahmen lassen, aber spielt auch bei politischen Veranstaltungen, wenn sie sich da mit ihren Liedern gut aufgehoben fühlt, so zum Beispiel vor knapp einem Jahr beim Bankentribunal von Attac in der Volksbühne.

Rainer von Vielen

Rainer von Vielen

Rainer von Vielen

Besetzung:

  • Rainer von Vielen, voc, electr.
  • Mitsch Oko, g
  • Dan le Tard, b
  • Niko Lai, dr

Rainer von Vielens musikalischer Blick schweift vom Allgäu aus in die Welt und vereint scheinbar Widersprüchliches. Sind es auf der einen Seite Tuba und Quetschkommode, stehen dem auf der anderen Seite tibetanischer Obertongesang und Clubbeats entgegen, die ein neues Ganzes bilden, dessen Reiz das Ungewohnte im Vertrauten ausmacht.
Wie ein Bergsteiger, der die Ruhe sucht, verzieht sich Rainer von Vielen wieder auf den nächsten Gipfel, meint man ihm nahegekommen zu sein. Und aus der Distanz sieht man dann, dass Rainer von Vielen in Wirklichkeit immer mehrere sind. Teils kennen sie sich schon aus der gemeinsamen Kindheit im Allgäu, auf jeden Fall aber schon seit Jahren als Band von Bühnen, auf denen sie ihr Publikum überraschen und begeistern. „Von vielen Stilen zu viele?“. Die aufgeworfene Frage beantwortet die Band selbst: „Es gibt kein Zurück!“. Nenn es Zen-Metal, Teufels-Pop, Breitband-Minimalismus oder LoFi-Glam – Rainer von Vielen machen Bastard-Pop. Dabei mischen sie Einflüsse verschiedener Kulturen so wie Djs Platten: vermeintlich Gegensätzliches wird zusammengeführt, das Gewohnte zerrissen und somit Neues kreiert. Als Konsequenz trifft dann Bayern auf Tibet und Liverpool auf den Kongo. All das zusammen macht Rainer von Vielen zum Cabrio unter den Live-Bands unserer Breiten und lädt ein zum emotionalen Steilwandklettern. Hals- und Beinbruch!

Leo Pari

Leo Pari

Leo Pari (Italien)

Besetzung:

  • Leo Pari, voc, g, p
  • Marco crepaldi, electric guitar
  • Samuele matteucci, keyb
  • Pietro Sinatra, dr
  • Emanuele Guidoboni, b

Nach einer ersten musikalischen Phase in diversen Coverbands veröffentlicht Leo Pari 2006 seine erste CD mit dem ironischen Titel „LP“. Das Album kommt gut an, einige Titel werden oft von unabhängigen Sendern gespielt. Sicherlich verdankt Leo Pari seine Popularität auch dem Titel „Un grillo per la testa“, einem eigens für Beppe Grillo geschriebener Song. Dieser gefiel dem berühmten Schauspieler und Berlusconi-Kritiker so gut, dass sich bald eine enge Zusammenarbeit beider Künstler ergab. 2007 mobilisierte Grillo mit der Aktion V-Day die Massen für Pressefreiheit und gegen die aktuelle Berlusconipolitik. Für diesen Aktionstag, den 8. September, schrieb Pari den hymnenhaften Song: „Ci sei o non ci sei“ (Du bist dabei oder aber nicht).

2008 folgt eine Italientournee mit der befreundeten Band Piotta e i Radici nel Cemento.
2009 erscheint das Konzeptalbum „Lettera al Futuro“(Brief an die Zukunft), auf dem Pari mit Funk-, Elektro- und Rockelementen experimentiert. Sein letztes Album „San la muerte“(2010) ist wieder akustischer und auch rockiger. Leo Paris Texte sind sensibel, manchmal poetisch, voller sich reimender Wortspiele, einiger philosophischer Weisheiten und zugleich unerwartet direkt.

Bolschewistische Kurkapelle

Bolschewistische Kurkapelle

Bolschewistische Kurkapelle

„Die Bolschewistische Kurkapelle Schwarz-Rot, in neuer und schlagkräftigerer Besetzung, das sind in unserem Jubiläumsjahr 15 Musiker, von jung und schön bis charakterstark und interessant. Wir sind manchmal der volkstümlichen Blaskapellenbesetzung aus Trompete, Bariton, Horn Saxophon, Klarinette, Posaune und Tuba treu. Dazu kommen schräge, verzerrte Gitarrenklänge, ein donnerndes Schlagzeug sowie Sängerinnen und Sänger die lieblich-skurril, angepunkt, rockend, feinsinnig, ironisch unsere Lieder darbieten. Und zwischen den Musiken immer wieder Moderationen, Tanzeinlagen, Kunstaktionen, Improvisationen, die das Publikum mitnehmen auf die Suche. Dafür nutzen wir rastlos Songs und Texte, die neu zusammengezimmert und interpretiert werden müssen.

Stärker denn je heißt es den Brass-Crossover pflegen, bayerische Volksmusikfestivals mit Brecht’schem Punk aus dem Roten Wedding erfreuen, Hans Moser und Georg Kreisler mit Rio Reiser bekannt zu machen und Hermann Hesse gemeinsam mit Hanns Eisler auf den Balkan zu schicken. Wir verstehen uns als fahrende Werbetrommel zur Bildung von Kurkapellen, sind politisches Einsatzorchester, bringen Tanzbares unters Volk, berühren mit unsern zarten und unseren lauten Tönen.
Die Band hat sich in 2010 wieder Mal transformiert. Die Suche nach neuen Musiken und neuen Ausdrucksformen bleibt. Spaß, Ironie, Lebenslust, Bissiges, Lust ohne Klamauk, Sozialkritisches, Volks- und Künstlernahes werden stärker als bislang im Vordergrund stehen. Der Neuanfang im 25. Jahr des Bestehens ist gelungen. Wir stürmen das Schloss. Keine Kompromisse.“ (O-Ton Bolschewistische Kurkapelle Schwarz-Rot)

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Buchlesung und Gespräch mit Robert Misik

Robert Misik

Robert Misik

Robert Misik (Autor, Wien)

„Anleitung zur Weltverbesserung. Das machen wir doch mit links“ Aufbau Verlag, 2010
Jutta Sundermann (Journalistin, Mitglied des Koordinierungskreises von Attac, Braunschweig)

Moderation: Stefan Körbel (Musiker, Berlin)

Aus dem Klappentext:

„Ein anderes Wirtschaftssystem ist möglich, wenn endlich die neoliberalen Parolen wieder durch ökonomischen Sachverstand ersetzt werden. Und wir brauchen den Sozialstaat, der Chancen umverteilt und allen eine Möglichkeit gibt, aus ihrem Leben etwas zu machen. Die Linke braucht neue Ideen, neuen Elan und eine neue Sprache. Robert Misik wagt nichts Geringeres als die Neuerfindung einer Linken, die auf der Höhe der Zeit ist.“

Die Kunst ist Gewinnerin und Verliererin des neoliberalen Epoche. Ja, auch Gewinnerin: Das Menschenbild des Neoliberalismus, mit seinem Individualismus und seinem Postulat, jeder solle Unternehmer seines Selbst sein, schmiegte sich an die Mythen vom freien Künstlertum an. Mit dem Loblied auf die „Creative Industries“ versucht der Neoliberalismus auch die Künste direkt zum Wirtschaftsfaktor zu machen: Im „Standortwettbewerb“ wird um kreative Geister regelrecht konkurriert. Kreative Geister, früher als Bohemiens oder sonst was Antipoden der Krämerwelt, wurden plötzlich zu Leitfiguren des Wirtschaftslebens erklärt. Und Verliererin, natürlich: Nichts taugt besser, der Kunst ihren subversiven Stachel zu ziehen, als sie zum Wirtschaftsfaktor zu erklären. Was kümmert die Widerborstigkeit der Kunst, wenn man mit ihr Millionen verdienen kann? Und vor allem: Stattfinden tut, was ökonomisch nützlich ist. Was sich nicht rechnet, findet nicht statt. Ja, mehr noch: Was sich nicht rechnet, hat den Makel, schlechte Kunst zu sein. Kritiker und Kulturhistorikerinnen, die früheren Instanzen der Bewertung, wurden durch den Markt abgelöst. Der Markt entscheidet, was gute Kunst ist. Und wer am Markt nicht besteht, der muss eben schlecht sein. So sind Künstler heute bisweilen von Marktschreiern verdammt schwer zu unterscheiden. Sie finden, das ist irgendwie krank? Na, da können Sie schon recht haben.

Robert Misik (Autor, Wien)

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Kinderkarneval

Seit mehreren Jahren ist der Sonntagnachmittag für die kleinen Festivalbesucher reserviert. Letztes Jahr fanden über 300 von ihnen den Weg in die WABE, und sie haben sich garantiert nicht gelangweilt.
Wir freuen uns, wenn Sie Ihre Kinder im Vorfeld verkleiden, Schminkstationen gibt es aber auch sicher vor Ort. Die beste Maskerade wird prämiert!
Diesmal spielt neben den Hauptakteuren, die das Rahmenprogramm gestalten, Ulf (von Ulf und Zwulf) und Clow Lulu, auch eine Band aus dem Erwachsenenprogramm. Lassen wir uns überraschen, wer das sein wird!
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Filmvorführung: Die Schmetterlinge

Die Schmetterlinge waren die bekannteste österreichische Folk-Politrock-Band der 70er/80er Jahre. 1976 führten sie bei den Wiener Festwochen die „Proletenpassion“ auf, eine musiktheatralische Revue, die der „Geschichte der Herrschenden“ die „Geschichte der Beherrschten“ entgegenstellte.

Bis in die 80er Jahre traten die Schmetterlinge damit vielerorts im deutschsprachigen Raum auf, so zum Beispiel 1981 beim 11. Festival des politischen Liedes in der Berliner Volksbühne.

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Schülerworkshop Politisches Lied

Achtung! Veranstaltung fällt aus.
Leitung:

Michael Letz (Musiker, Berlin)

Im Sommer letzten Jahrese flatterte eine ungewöhnliche Einsendung in unseren Briefkasten. Mal keine Bewerbung von Musikern oder Agenten aus fernen Regionen, sondern von einem Berliner Gymnasium. An der Katholischen Schule Salvator in Berlin-Waidmannslust hatten Schülerinnen und Schüler im Grundkurs Musik der 12. Klasse selbst politische Lieder geschrieben. Die Lehrerin war davon so angetan, dass sie anfragte, ob wir damit etwas anfangen könnten. – Wir können! Und laden unsere Festivalbesucher herzlich zur passiven Teilnahme am Workshop politisches Lied ein. Wer sich also für die politischen Statements der Jungwähler interessiert, komme doch zur Brunchzeit in den Festivalklub! Die Bar wird auch besetzt sein.
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HipHop Spezial – Teil 2

Chaoze One

Chaoze One

In Zusammenarbeit mit dem Humanistischen Verband Deutschlands, Landesverband Berlin

Chaoze One

gesellschaftskritischer Rapper aus Mannheim, ist kein Newcomer. Im Jahr 2000 veröffentlichte er sein erstes Demo-Album. Ende 2010 feierte er sein 10jähriges Bühnenjubiläum. Seitdem schafft er den Spagat zwischen persönlichen und politischen Texten so spielend, dass eine Klassifizierung kaum möglich erscheint und ihm Titel wie „Polit-Rapper“ nicht gerecht werden. Denn Chaoze One ist weit mehr als das. Seine Live Shows sind eine Symbiose aus Beat, Rap und Bühnenpräsenz. Musik, Texte, Homepage, Cover – alles managt der charismatische Rapper selbst.
Chaoze One bringt sich als Künstler in politische Kampagnen ein und spricht das aus, was weh tut, von dort, wo Rassismus und Diskriminierungen ein mehr als deutlicher Bestandteil des Alltags sind. Als Produzent und Grafiker war Chaoze One an dem Feature Projekt „La Résistance“ beteiligt und damit maßgeblich verantwortlich für den entstandenen Longplayer und die darauf folgende Tour durch Deutschland und die Schweiz.
Die von Chaoze One entdeckte Rapperin Lotta C. wird ihm stimmlichen Rückhalt bieten, ihn „supporten“, wie das unter Rappern heißt.

Damion Davis

Damion Davis

Wer bei dem Dreiergespann

Damion Davis & Sichtbeton

(V.Raeter und Lunte) wen gegen die Wand rappt, supported oder featured, wird bis zum 26.02. abzuwarten bleiben. Der 1980 geborene Damion Davis rappt, schauspielert und macht Filme, während Sichtbetons waschechter Rap sich durch klare Arbeitsteilung strukturiert: V.Raeter bastelt Beats, Lunte zündelt derweil an Texten rum: metaphernreich, um die Ecke gedacht, Sparten sprengend. Als Einstimmung und Vorgeschmack Auszüge aus
der Selbstdarstellung von Sichtbeton: „Sichtbeton is Rap. Sichtbeton is Zurück. Sichtbeton is aus Berlin. Verräter lässt die Plattentasche sprechen und hebt Synthieflächen drunter. Trocken oder matschig, bis die Drums alles schief rücken. Und dann gerade. Eine Stimme wedelt wie ein Hund, bis sie nicht zu überhören ist. Lange Ketten oder grobe Blöcke, worum es wirklich geht, kann man nicht verstehen, Lunte sieht das ebenso. Und damit keiner lange grübelt, schmeißt Verräter schnell den ersten Stein. Und später viele. Und der Lada Samara, er pumpt. Und sie kamen vor Tagen von unten, haben Rahmen verlassen und punkten. Auch wenn der Blick bis nach früher reicht, Sichtbeton ist hier und jetzt.“

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Konzert “Wiener Schmäh”

In Zusammenarbeit mit „Helle Panke“ e.V. – Rosa-Luxemburg-Stiftung Berlin und dem Österreichischen Kulturforum Berlin

Beatrix Neundlinger

Beatrix Neundlinger

9dlinger

Besetzung:

  • Beatrix Neundlinger, voc, sax, fl
  • Peter Marnul, voc, mand, v, acc
  • Peter Rosmanith, dr
  • Abdula Ibn Quadr, v, voc
  • Alfred Stütz, b, voc

Beatrix Neundlinger war ab 1969 Mitglied der Gruppe Milestones und ab 1976 der legendären österreichischen Politirockband Schmetterlinge. In den Folgejahren widmete sie sich dem Kindertheater, führte Theaterworkshops durch und wurde auch in der Erwachsenenbildung tätig. 2004 gründete sie als Reflex auf die innenpolitische Situation in Österreich die Band „9dlinger und die geringfügig Beschäftigen“. Das Anliegen war, politische Songs zur aktuellen Lage fern des Arbeiterliederklischees zu machen.

Heinz R. Unger, der bereits in den 70er Jahren für die Schmetterlinge geschrieben hatte (u.a. „Proletenpassion“ und „Herbstreise“), schrieb neue Texte über Themen wie Arbeitsmarkt, digitale Welt, soziales Klima, individuelle Ignoranz bis hin zu persönlichen Reflexionen über Liebe und Leben. Peter Marnul vertonte sie und schuf einen Sound zwischen Weltmusik und Chanson.

Heinz R. Unger beschreibt das Anliegen der Formation so: „Man überlege, was hier geschieht: Eine starke Frau mit einer starken Vergangenheit bäumt sich auf und sammelt einen Trupp erlesener Musiker um sich. Gemeinsam wollen sie, fern abseits vom Mittelmaß, zeitkritische Lieder über die Lage von Menschen in einer kalten Welt zum Besten bringen.“

Ernst Molden & Walther Soyka

Besetzung:

  • Ernst Molden, g, voc
  • Walter Soyka, Knöpferlharmonika
Ernst Molden, Walter Soyka

Ernst Molden, Walter Soyka

Ernst Molden ist gegenwärtig einer der wichtigsten Liederschreiber und Sänger in Österreich.

Orientierungspunkte sind für ihn Bob Dylan, Franz Josef Degenhardt, Die Schmetterlinge und Sigi Maron. Willi Resetarits verdankt er den Anstoß, sich ganz dem Dialektlied zu widmen.
Das zeitweilige Enfant terrible Ernst Molden wird in eine Wiener Literaten- und Publizistenfamilie hineingeboren. Hat ein abgebrochenes Germanistikstudium vorzuweisen, war stattdessen Polizeireporter und Beilagenredakteur der „Presse“. Bis er den Sprung in die Beletage der Kulturstadt Wien schaffte. 1991 bis 1993 Dramaturg und Hausautor am Wiener Schauspielhaus unter Hans Gratzer. Seit 1993 Musiker und Schriftsteller. Seine mittlerweile sieben Bücher und sieben CDs sind allesamt Topseller und zeigen die verschlungenen Wege des sensiblen Künstlers auf.

Seit einigen Jahren spielt Ernst Molden mit Walther Soyka zusammen, einem der wunderbarsten Musiker, die Wien zu bieten hat. Walther Soyka war viele Jahre tragende Säule der „Roland Neuwirth Extremschrammeln“ und zählt zu den wichtigsten Harmonika-Innovateuren und -Produzenten des Landes.

Die Strottern

Die Strottern

Die Strottern

Besetzung:

  • Klemens Lendl, voc, v
  • David Müller, voc, g

Die Stars des avancierten Wienerlieds entführen ihre Zuhörer in die Welt der Wiener Musik. Hochmusikalisch erinnern die beiden Jazzmusiker an den Wiener Schmäh eines Helmut Qualtinger und Hans Moser und mit ihren kuriosen, jazzlastigen (Pizzicato-)Improvisationen an die skurrile Musikalität eines Helge Schneider. Zudem sind Die Strottern begnadete Kommunikatoren, die ihr Publikum mit witziger und intelligenter Ansprache in den Bann ziehen. Ihre (schwarz-) humorigen Erläuterungen zu den Texten des alten und heutigen Wien amüsieren auch jeden Nicht-Österreicher und lassen zu keiner Zeit Verständnisschwierigkeiten aufkommen.

2006 erhielten die Strottern den Österreichischen World Music Award und 2009 den Amadeus Austrian Music Award in der Kategorie Jazz/World/Blues.

Übrigens: Der Name der Strottern leitet sich von dem Altwiener Ausdruck Strotter her, der für „Gauner, Landstreicher, Strauchdieb, Gelegenheitserwerb Suchende“ steht. Im Wiener Mundartwörterbuch steht auch: „Die nach Verwertbarem suchen“. Und das machen die Strottern im mehr oder weniger reichen Wiener Liedschatz. Und wenn
sie nichts finden, singen sie ihre eigenen Lieder.

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A G’frett is auf der Welt – Politik und Gesellschaftskritik im Wienerlied

In Zusammenarbeit mit dem Österreichischen Kulturforum Berlin und dem Wiener Volksliedwerk

Referenten: Herbert Zotti und Susanne Schedtler, Wiener Volksliedwerk

Man kennt das Wienerlied ja irgendwie: Hans Moser & Compagnions mit Weinglaserl in der Hand und hoffnungsloser Heiterkeit in Gesicht und Seele.
Auch ist es richtig, dass „die Wiener“ kein besonders rebellisches, aufbegehrendes, revolutionäres Volk sind. Aber wenn man die Gemütlichkeit überstrapaziert und sie solchermaßen aus der vermeintlich wohlverdienten „Ruah“ aufscheucht, ist Schluss mit Lustig.
Wir werden die etwa 200-jährige Geschichte des Wienerliedes im Hinblick auf die (gesellschafts-)politische Relevanz dieses Genres abklopfen und sind sicher, dass wir hier ebenso interessante, wie auch überraschende Entdeckungen machen.

Das G’frett kommt übrigens vom mhd. „vretten“ = sich abmühen.

Mehr zum Wiener Volksliedwerk:

Hat es jemals eine Stadt gegeben, die sich selbst dermaßen besungen hat wie Wien? So beginnt ein Artikel des Literaturwissenschaftlers Harry Zohn über „Das Wienerlied als Psychogramm einer Bevölkerung“. Um es vorwegzunehmen: Nein! Wir weisen zwar gerne darauf hin, dass es urbane Musikphänomene gibt wie den Tango in Buenos Aires oder den Fado in Lissabon. Doch keiner dieser Stadtmusiken hat so exzessiv und so ausschließlich die Heimatstadt und deren Einwohner im Visier wie das Wienerlied.

Das Archiv des Wiener Volksliedwerkes (kurz: wvlw) beherbergt an die 20.000 solcher Lieder, täglich wird nach ihnen gefragt. Schauspieler, Regisseure, Musikausübende und andere Interessierte sind ständig auf der Suche nach diesen Spezies, deren Anfänge wir um 1830 datieren. Neben Archiv-, Beratungs- und Dokumentationstätigkeit nimmt sich das wvlw den Freiraum, Veranstaltungen projekt- und themenbezogen zu gestalten und nach Möglichkeit neue Impulse zu geben. Das muss es auch, wenn es die Aufgabe ernst nimmt, bei jungem Publikum und auch Musikernachwuchs Interesse zu wecken.

An aktivem Nachwuchs mangelt es nicht in Wien, in den letzten Jahren haben sich viele Formationen gebildet, die einerseits stark an der Tradition hängen und andererseits das Wienerlied und die Wiener Volksmusik zum Anlass nehmen, eine eigene Musiksprache und neue Texte zu entwickeln. Die Empörung mancher Traditionalisten wird dabei in Kauf genommen, der Erfolg ist (oft) garantiert. Eine weitere vom wvlw geförderte lokale Spezialität sind „Schrammelquartett“ – Formationen. Das nach den Brüder Johann und Josef Schrammel (Ende 19. Jh.) benannte Quartett ist eine kammermusikalische nur in Wien beheimatete Instrumentalbesetzung mit zwei Geigen, chromatischer Knopfharmonika und Kontragitarre. Das wichtigste Projekt des wvlw ist das jährliche Wienerliedfestival wean hean (= Wien hören), das seit 2000 mit Einblicken in Jazz und zeitgenössische Musik den engen Spielraum des klassischen Wienerliedes weit hinter sich lässt.

Susanne Schedtler

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Gina Pietsch – „Lasst Euch nicht verführen“

Besetzung:

„Lasst Euch nicht verführen“ – die erste Zeile des Brecht’schen Warngedichts „Gegen Verführung“ plädiert für ein sündenreiches, hedonistisches Leben und spottet den Verlagerungen von Sehnsüchten ins Jenseits.

Gina Pietsch’s 16. Brecht-Programm schreibt sich jedenfalls dies Credo auf die Fahne und knüpft musikalisch an ihr zweites vor genau 20 Jahren an. Als nämlich zusammen mit Hannes Zerbe und Jürgen Kupke ihr „Wende“-Brecht „Alles wandelt sich“ auch als CD erschienen ist. Das klingt modern wie eh, da zwei exzellente Jazzer am Werke sind, die sich auch im Duo improvisatorisch betätigen. Pietsch singt einiges von damals, aufgestockt mit ihren eigenen Best-of-bb-Liedern und ergänzt durch Geschichten, die sie durch 30 Jahre Beschäftigung mit Brecht in ausreichendem Maße erzählen kann.

Die Presse meint:

„Gina Pietsch gilt als eine der größten Brecht-Interpretinnen schlechthin. Ihre rauchige Stimme, ihre fantastische Mimik und nicht zuletzt ihre Fähigkeit, das Publikum durch ihr beachtliches Wissen über Brecht und ihren Humor mitzureißen, machen diesen Abend zu etwas ganz Besonderem. Das Trio spielt und interpretiert bekannte und weniger bekannte Texte und Lieder von Brecht.“

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HipHop Spezial – Teil 1

Seit einigen Jahren gibt es eine spezielle Programmschiene für HipHop beim Festival Musik und Politik, diesmal an zwei Abenden und wieder im Zapata, dem Konzertclub des Tacheles. Wir sind froh, dass es das Zapata trotz diverser Unklarheiten und Streitigkeiten immer noch gibt, und hoffen, dass das auch 2012 so sein wird.

Conexión Musical

Conexión Musical

Conexión Musical

besteht seit 2004 aus den drei Rappern blank, Lena Stoehrfaktor und Cloudito. Conexión Musical machen ihre Mucke autonom, d.h. alles bleibt in ihrer Hand: Inhalte, Produktion, Vertrieb und Sonstiges. Ihre Pressetexte lesen sich wie Manifeste. Hier geht es eindeutig nicht um profitorientiertes Musikbusiness, hier müssen Leute texten, fluchen und Stellung beziehen, weil sie sonst platzten. C.M. treten oft und gerne bei Veranstaltungen auf, die einen inhaltlichen Hintergrund haben.

Lea-Won

Lea-Won

Lea-Won

gilt als einer der produktivsten, vielseitigsten, polarisierendsten wie umstrittensten Rapaktivisten. Lassen wir ihn selber sprechen: „Ich bin nicht bei Myspace, um Geld zu verdienen oder irgend etwas zu präsentieren, was ich nicht bin. Ich bin nicht hier, um Leute mit Scheiße zu nerven, die sie nicht interessiert. Ich bin nicht hier, um der Halbe-Minute-Entertainment-Clown zu sein. Ich bin hier, um auf interessante und interessierte Menschen zu stoßen und mit ihnen in Konfrontation, Kommunikation zu treten. Ich teile meinen Output lieber, statt ihn zu verkaufen. Ich bin hier, um den Schmerz, die Lust, die Leidenschaft, den Kampf um Veränderung (und in Zeiten des Sozialabbaus ja leider auch Erhalt) zu teilen. Wer aus Selbsthass, unreflektierten Ängsten oder einfach Ignoranz keinen Respekt vor anderen (Frauen, Schwulen, Sexarbeiterinnen, Obdachlosen, Opfern oder Anfängern) hat, soll sich verpissen.“

Sookee

Sookee

Die wilden Jugendjahre verlebt

Sookee

zuweilen etwas vernebelt zwischen Zeit verschwenderischem Street-Gedöns und ambitionierter Identitäts- und Inhaltssuche. HipHop schleicht sich derweil in ihre Lebenszusammenhänge, und so begegnet Sookee 2003 ihrem ersten Text auf einem Beat. Kurz darauf bietet ihr das Berliner Label Springstoff eine professionelle Obhut. Etwa zeitgleich nimmt sie ihr Studium der Germanistischen Linguistik und Gender Studies auf, und der Brückenbau zwischen zwei Paralleluniversen beginnt und hält auch postuniversitär an. Seit 2006 entfernen sich ihre Worte zuweilen von musikalischen Untermalungen, und Sookee erprobt sich mit Spoken Words und anderen lyrischen Experimenten unter anderem auf Poetry Slams.

Tapete

Tapete

Tapete

ist Produzent, Rapper, Piano-Entertainer, Sänger und Moderator. Er performt in erster Linie auf seine selbstproduzierten Beats, die osteuropäische Folklore-, Elektro-, Klassik- und Jazzelemente vereinen. Am Piano unterbricht er das Klavierspiel gerne mal zur Klärung des Sachverhalts für das Publikum. Tapete ist kein Mitglied der GEMA, um seine Werke im Internet kostenlos unter Creative Commons Lizenz veröffentlichen zu können.
Tapete & Crying Wölf rappen schon seit Jahren zusammen. Der Wölf mag keinen Faschismus, Rassismus, Sexismus und Krieg und auch nicht den Mehrwert, deshalb macht er mehr Musik. Ende Dezember 2008 produzierte Tapete die erste EP von Wölf.

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Liederbestenliste präsentiert: Preisträger

In Zusammenarbeit mit Gundermanns Seilschaft e.V.

Manfred Maurenbrecher

Besetzung:

Im schönsten Hochsommer 2010 zum 30-jährigen Bühnenjubiläum singt alles, was Rang und Namen hat in der Berliner Liedermacher-, Kleinkunst- und Kabarettszene, Maurenbrecherlieder und verfertigt eine 4-stündige CD namens „Maurenbrecher für alle“. Ein absolutes Muss für den Freund der Songpoesie.

Für unser Format Liederbestenliste kämpft sich Maurenbrecher mit seinen drei Musikern durch den angekündigten Jahrtausendschnee, im Gepäck Aktuellstes, beispielsweise über Bestsellerautoren des Jahres 2010 – Namen werden an dieser Stelle in Übereinkunft mit Maurenbrecher totgeschwiegen –, aber auch niemals oll werdende Klassiker.

Unzählige Preise hat Maurenbrecher gewonnen (jüngst zum zweiten Mal den Jahrespreis der Liederbestenliste) und spielt weiterhin vor fünf Leuten genauso enthusiastisch wie vor fünftausend. Jeder Dünkel ist ihm völlig fremd. Er begegnet dem jungen Liedermacher an der Holzgitarre, der seinen ersten öffentlichen Auftritt im Off-Teil eines Lesebühnenabends bestreitet, mit derselben Neugier und bei Gefallen mit derselben Begeisterung wie dem Musikprofi mit zahlreichen Auszeichnungen und Major-Deal. Umgekehrt beeindruckt ihn Letzteres jedoch überhaupt nicht. Diese Unvoreingenommenheit, dieser Blick auf das Wesentliche machen ihn zu einem der besten Zeremonienmeister für unser Traditionsformat „Liederbestenliste präsentiert“, wo alte Hasen den Liedermachernachwuchs vorstellen.

Johanna Moll & das Hartz5 Orchester

Besetzung:

  • Johanna Moll, voc, akk
  • Ralf Bauer, p

Während der ehemalige Orchestermusiker Ralf B. im Anzug aus der Caritas-Boutique meist schweigend die Posaune bläst und das Sparschwein schüttelt, erzählt und singt Johanna Moll mit dem Akkordeon im Arm oder am Klavier ihre Geschichten: von Dampfern im Heidekraut und Mordversuchen im heimischen Wohnzimmer, von Schulz in Dschallalabad und Frau Neumann vom Arbeitsamt.

Johanna Moll erhielt 2007 den Kleinkunstpreis „Wash and Show“ in Ansbach, sie wurde 2008 für den Vohenstraußer Kabarettpreis nominiert, 2010 für den »Troubadour« Stuttgart und gewann verschiedenen Poetry- und Liedermacherslams. Der Musiker Ralf Bauer studierte Jazzposaune in Stuttgart und Köln und wirkte u.a. an Projekten mit dem Radio-Sinfonieorchester Stuttgart, den Bamberger Symphonikern und dem Sunday Night Orchester mit. Beide nahmen 2009 am Liedermachertreffen in Hoyerswerda teil und erreichten den 2. Platz in der Publikumsgunst sowie den 3. Platz in der Jurywertung.

Roger Stein

Besetzung:

  • Roger Stein, voc, p

„Literarischer HipHop“ heißt das Etikett, das „Tipp die Kulturwoche“ (ORF) in ihrem Kommentar Roger Stein auf die Stirn klebte. Es ist insofern treffend, weiß man, dass der 35-jährige nicht nur Kompositionen und Lieder schreibt, sondern seine Texte auch in einschlägigen Literaturzeitschriften veröffentlicht.

Roger Stein hat einen Weg zurückgelegt, der ihn von Germanistik und Theaterwissenschaft weg zunächst als Sänger in Opernproduktionen verschlug, danach über die musikalische Leitung bei verschiedenen Produktionen und diverse Kompositionen im Theater- und Kabarettbereich schließlich bis zum Sprechgesang führte, dem heute seine große Liebe gilt. Seit 2000 arbeitet und lebt er mit Sandra Kreisler zusammen, mit der er WORTFRONT® gründete.

2010 gewann er die Meissener Drossel. Ein Auszug aus der Begründung:
„Roger Stein erweist sich als würdiger 1. Preisträger der Drossel, weil neben seinem charmanten Auftreten, den intelligenten Texten voller Tiefsinn und Sprachwitz und seiner Musikalität vor allem eines besticht: seine Glaubwürdigkeit. Der Jury war es wichtig, einen Preisträger zu benennen, der das deutsche Lied sprachlich fördert und dessen musikalische Umsetzung kreativ ist, modern und eingehend, ohne sich dabei Trends zu unterwerfen. Roger Stein erfüllt diese Ansprüche spielend.“

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Ausstellung: Liederbestenliste

Liederbestenliste – eine Hitparade der besonderen Art

Ausstellungseröffnung im Rahmen des Festivals

Es spricht Michael Kleff (Journalist, Vorsitzender des Vereins deutschsprachige Musik e.V., Folker-Chefredakteur,  Bonn/New York)

mit Filmvorführung:

  • „Kostprobe“ (SWF 1990, 18 min)
  • „Neue Lieder für ein neues Land“ SWF 1990, 29 min

(mit freundlicher Unterstützung durch den SWR)

Öffnungszeiten

  • Sonnabend, 26.2., 13-20 Uhr ZwiEt
  • Sonntag, 27.2. 20 Uhr Volksbühne

Die „Hitparade der besonderen Art“ – so die Zeitschrift Melodie & Rhythmus – wurde 1983 vom damaligen Südwestfunk ins Leben gerufen. Die Jury, eine Gruppe von angesehenen Musikjournalisten, Publizisten und Hörfunkredakteuren aus Belgien, Österreich, der Schweiz und Deutschland, ermittelt seitdem einen monatlichen Empfehlungskatalog für deutschsprachige Lieder und vergibt alljährlich einen Liederpreis. Zu den Preisträgern gehören u. a. Manfred Maurenbrecher, Reinhard Mey, Stoppok, Konstantin Wecker und Wenzel. Seit dem Ausscheiden des SWF-Nachfolgers Südwestrundfunk als Träger der Liederbestenliste wird sie von der Jury über den Verein deutschsprachige Musik fortgeführt. In einer Diskussion beim Festival Musik und Politik 2004 sagte Bundestagsvizepräsident Wolfgang Thierse zur Bedeutung der Liederbestenliste: „Die kulturelle Infrastruktur unseres Landes ist hochgradig gefährdet. … Es gibt heutzutage keine Chance für so etwas wie das politische Lied, das literarische Chanson etc., wenn es nicht auch die Inszenierungen gibt und die Organisation dessen.“ Die Liederbestenliste macht genau dies: dem deutschsprachigen Lied und vor allem jungen deutschsprachigen Künstlern ein Forum bieten. Die Ausstellung soll die Geschichte einer verdienstvollen Institution zur Förderung deutschsprachiger Musik dokumentieren und den Kampf um ihren Erhalt unterstützen.

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Doppelkonzert: haase & Band / Michael Friedman

haase & band: Record Release

Besetzung:

  • Christian Haase, voc, g
  • Tina Powileit, dr
  • René Schostak, g
  • Daniela Schwabe, b

Christian Haase präsentierte sich beim Festival Musik und Politik erstmals 2005 und wurde als sensibler Gundermann-Interpret gefeiert. Kein leichtes Erbe hatte er damit angetreten. Welcher Musiker möchte auf Dauer stimmlich, Bühnenpräsenz und Charisma betreffend mit einer viel zu früh verstorbenen Legende verglichen werden? Quasi bevor er Zeit findet, ganz er selbst zu sein?  – So prägen Haases Folgejahre auffällig starke Bandbewegungen, Neugründungen bis hin zur konsequenten Konzentration Haases auf Haase. Seine im Jahre 2009 eingespielte Solo-CD »nimmersatt« beschreibt mit einem Wort sein musikalisches Getriebensein, markiert Rückzug und Neuanfang gleichermaßen.

Nach erfolgreicher Solotour und um musikalisch bewegte Jahre reicher geht er 2010 das Projekt Band mit neuem Selbstbewusstsein an. In neuer Formation kehren haase & band zu uns zurück.

Er ist also vorerst angekommen. Wer Christian Haase jedoch kennt, weiß, dass er wieder aufbrechen wird. Aber dieses Mal wird er ein stabiles Schiff und eine gute Mannschaft haben – und einen Hafen, der nie sicherer war.

Michael Friedman (Kanada)

Besetzung:

  • Michael Friedman, voc, g

Michael Friedman gehört zu den erstaunlichsten Künstlern des Genres Singer/Songwriter. Sein beeindruckend geschultes Stimmtalent greift leichthin auf drei Oktaven zu, begleitet von virtuosem Gitarrenspiel.

Das geht fast nur, wächst man wie Friedman in einer Musikerfamilie auf. Alltägliche Klänge seiner Vancouver Kinderstube: Folk, Worldmusic, Rock und klassische Musik. Mit vier Jahren beginnt er Klavier zu spielen. Sein Vater, Flötist diverser Orchester, leitet eine Folkband. Als die Familie nach Berlin zieht, weil der Vater an der Hochschule für Musik »Hanns Eisler« ein Dirigentenstudium aufnimmt, entdeckt Michael seine Liebe zur Gitarre, die an Besessenheit grenzt. Nach einem Zwischenspiel in Toronto kehrt Michael nach Berlin zurück, um an der gleichen Musikhochschule wie der Vater zu studieren. Während dieser Zeit gastiert er als Solokünstler und Mitwirkender verschiedener Bands in mehreren europäischen Ländern.

In den 80er Jahren kehrt er heim nach Vancouver, tauscht die Bühne zeitweilig komplett gegen das Komponieren für Film und Fernsehen ein. In den 90er Jahren übernimmt er Musikregien für »Front Page Challenge«, eine der renommiertesten Sendungen des kanadischen Fernsehens. In dieser Zeit entstehen über 120 Kompositionen. Er tritt auch wieder live auf und bringt drei Soloalben raus, auf denen er sich kritisch und musikalisch vielfarbig mit privaten und gesellschaftlichen Themen auseinandersetzt. Die CDs bekommen ausgezeichnete Kritiken sowohl in Nordamerika als auch in Europa. Seitdem stehen Konzertreisen nach Europa und insbesondere nach Deutschland jedes Jahr auf seinem Programm.

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YELLOW CAKE – Die Lüge von der sauberen Energie

nach der Filmvorführung: Gespräch mit Joachim Tschirner

Der ehemalige Defa-Dokumentarfilmer Joachim Tschirner kümmert sich seit Auflösung der Defa-Studios Anfang der 90er Jahre konsequent um filmische Aufklärung in sozialen, politischen und ökologischen Belangen unter dem hierfür mit Kollegen gegründeten Label Um Welt Film. Sein jüngstes Werk »Yellow Cake – Die Lüge von der sauberen Energie« (2005-2010, 108 Min.) ist den Anfängen der atomaren Kette auf der Spur: dem Uranerzbergbau. Gedreht wurde nicht nur auf dem Gelände der stillgelegten Wismut – bis 1990 drittgrößter Uranproduzent der Welt – sondern auch in der heute größten Urantagebaumine Rössing in Namibia sowie in Australien und Kanada.
Der Anfang der nuklearen Kette ähnelt einer Terra incognita. Über dem Uranerzbergbau liegt seit fünfundsechzig Jahren ein Geflecht aus Geheimhaltung und Desinformation. Weltweit und bis heute. Selbst in den jüngsten Debatten über die Atomkraft spielen die verheerenden Folgen des Uranerzbergbaus keine Rolle. Deutschland, einst drittgrößter Uranproduzent der Welt, hätte allen Grund zur Sensibilität. Doch die Regierung beschließt, die Laufzeit der Atomkraftwerke zu verlängern.
Die Wiesbadener Filmbewertungsstelle zeichnete den Film mit dem Prädikat »Wertvoll« aus, denn er sei notwendig, mutig und schockierend. Tschirner bringt ihn im Selbstverleih in die Kinos.

  • Regie: Joachim Tschirner
  • Kamera: Robert Laatz, Jana Marsik, Lars Barthel,
  • Friedo Feindt, Christian Maletzke, Andrè Götzmann
  • Montage: Joachim Tschirner, Burghard Drachsel
  • Erzähler: Hans-Eckardt Wenzel
  • Gesang: Wenzel
  • Musik: Fred Krüger

Produktion: Um Welt Film Produktionsgesellschaft mbH
In Koproduktion mit: November Film, ARTE, RBB, MDR
Gefördert durch: Kulturelle Filmförderung des Bundes BKM, DEFA-Stiftung,
Wismut GmbH, Thüringer Kultusministerium, Mitteldeutsche Medienförderung, FFA-Filmförderanstalt, Medienboard Berlin-Brandenburg

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Premiere: Ballade von der Freundschaft – Ein Brecht-Abend

Ein neues Programm von Gina Pietsch und Gerlinde Kempendorf

Freundschaft ist das, was die beiden Diseusen Gina Pietsch und Gerlinde Kempendorff seit vielen Jahren verbindet: „Den Brecht wollten wir schon immer mal zusammen machen.“ Nun ist es an der Zeit und naheliegend, dass es ein Brecht zum Thema Freundschaft ist. Uwe Streibel übernimmt den Klavierpart, Uli Kempendorff spielt Saxophon und Klarinette.

Gerlinde Kempendorff singt seit Jahrzehnten auf Bühnen (20 Soloabende mit literarischen Chansons), denkt in Bibliotheken (Dr.phil.) und lehrt in Hörsälen (Dozentin für Sprechkultur und Auftrittskompetenz an der Universität Potsdam und der Universität der Künste Berlin). Gina Pietsch ist Schauspielerin und Brechtinterpretin „aus der Erblinie Brecht-Weill-Eisler-Dessau und der Interpretinnensippe einer Therese Giehse und Lotte Lenya“ (Die Welt). Hinzu kommt ihre tiefe Kenntnis des Brecht’schen Werks, das sie für jedes ihrer 17 Brechtprogramme gewissenhaft durchkämmt, bis der Kosmos Brechts auf das ausgesuchte Thema hin in Worten und Liedern erfasst ist.

Für „Ballade von der Freundschaft“ wird so manch ein Gedicht zum Lied, ein Solostück zum Duett. Und das sind auch schon die einzigen, gut gebauten Extravaganzen, die sich die beiden Künstlerinnen leisten. Ansonsten stehen Kempendorff und Pietsch zur klassischen Werktreue als Programmatik. Sie nehmen sich Material von einem Dichter, dem das Thema ein ganz zentrales ist, da in besonderer Weise mit Freundlichkeit verbunden und von ihm gesetzt als höchsten menschlichen Wert, nicht selten sogar über die Liebe gestellt – Brecht. Natürlich schließt das Thema Freundschaft deren Negation ein. Liebe und Nicht-Liebe. Und damit alles, was menschlich ist: Misstrauen, Enttäuschung, Neid, Hass, Zerstörung, Tod.

Aufführungen:

15.02.2011, 20 Uhr

  • Literaturforum im Brechthaus Mitte, Chausseestr.125, 10115 B
  • Karten: 5€/ermäßigt 3€ (Arbeitslose/Studenten)
  • Nur Abendkasse, Einlass ab 19 Uhr

16.02.2011, 20 Uhr

  • Literaturhaus Berlin, Charlottenburg, Fasanenstr. 23, 10623 B
  • Karten: 15€/ermäßigt 5€ (A/S), Vorbestellung: Tel: 84107001

17.02.2011, 20 Uhr

  • Kulturzentrum WABE, Prenzlauer Berg, Danziger Str. 101, 10405 B
  • Karten: 15€/ermäßigt 5€ (A/S), Vorbestellung: Tel: 902953850

Für Rückfragen und Pressekartenbestellungen:

Danja Schilling: 0178-8545200

Petra Schwarz: petra.schwarz@berlin.de

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Gerhard Gundermann zum 56. Geburtstag: „hier bin ich geborn“

Unter dem Motto „hier bin ich geborn“ findet am 19. Februar in der KulturFabrik Hoyerswerda eine Veranstaltung zum 56. Geburtstag von Gerhard Gundermann statt.

Das Programm: Ab 19.00 Uhr liest Hans-Dieter Schütt aus seinem Interview-Buch „Rockpoet und Baggerfahrer“, erzählt von seinen Treffen mit Gundermann und wie er die Welt sieht. Carmen Orlet und Ingo „Hugo“ Dietrich interpretieren ab 21.00 Uhr Lieder von Gundermann, Friedrich Holländer, Brecht, Volker von Törne und Veronika Fischer. Anschließend: Jan Preuß und die geheime Gesellschaft. Sie kommen aus Fürstenwalde und spielen Rockchansons in deutscher Sprache. Neben eigenen Songs (CD Traumtänzer) sind dies vor allem auch Lieder von Gundermann, Rio Reiser und Leonard Cohen. Letztere auch mit deutschen Texten. Kaum zu glauben: Das funktioniert wirklich! Man darf also gespannt sein…

Gundermann-Party „hier bin ich geborn“
KulturFabrik Hoyerswerda, Alte Berliner Str. 26, 02977 Hoyerswerda
19.02.2011, Beginn: 19.00 Uhr
Eintritt: Vorverkauf 10 €, Abendkasse 12 €, nur Lesung 5 €
Eine gemeinsame Veranstaltung von Gundermanns Seilschaft e.V. und der KuFa Hoyerswerda
Weitere Informationen: www.gundi.de und www.kufa-hoyerswerda.de
Vorbestellungen: info@gundi.de und info@kufa-hoyerswerda.de

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Festival Musik und Politik 2011

Zum zwölften Mal organisiert der Verein Lied und soziale Bewegungen sein viertägiges Festival Musik und Politik vom 24. bis 27. Februar 2011.

Bereits am 13.2. gibt es im Maxim-Gorki-Theater ein Festival-Vorspiel mit der „Schicksalssinfonie“ (von Steffen Mensching und Michael Kliefert) des Theaters Rudolstadt.
Am 24.2. beginnt das Festival mit einer Record Release Party von Haase & Band. Auch Michael Friedman, der kanadische Singer-Songwriter wird am Eröffnungsabend in der WABE aufspielen: „I never know what hit me until now“.

Die „Liederbestenliste“ ist zweifach beim Festival vertreten, mit einem Konzert, in dem der Jahrespreisträger Manfred Maurenbrecher die Nachwuchskünstler Johanna Moll und Roger Stein vorstellt, und mit einer Ausstellung zur Geschichte der Liederbestenliste, einer „Hitparade der besonderen Art“, die 1984 vom Südwestrundfunk initiiert wurde und seit 2003 vom Verein deutschsprachige Musik weitergeführt wird.

Länderschwerpunkt des nächsten Festivals ist Österreich. In einem Vortrag wird die etwa 200-jährige Geschichte des Wienerliedes im Hinblick auf die (gesellschafts-)politische Relevanz dieses Genres abgeklopft. Im Konzert „Wiener Schmäh“ spielen Die Strottern, Ernst Molden und Walther Soyka sowie 9dlinger und die geringfügig Beschäftigten. Der österreichische Autor Robert Misik präsentiert sein Buch „Anleitung zur Weltverbesserung. Das machen wir doch mit links“.

„Die Verhältnisse rocken“ wollen Stoppok plus Worthy, Rainer von Vielen, Dota Kehr und Leo Pari (Italien) in einem Volksbühnenkonzert mit der globalisierungskritischen Organisation attac.
Gina Pietsch präsentiert ihr Brecht-Programm „Lasst euch nicht verführen“. Im Tacheles finden HipHop-Konzerte mit Chaoze One, Conexión Musical u.a. statt, und in der WABE gibt es wieder ein Kinderkonzert.

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9. Oktober 2010 – Gundermann-Party

Wir möchten hinweisen auf die Gundermann-Party des Gundi e.V.. Unter dem Motto „noch ist der bogen gespannt“ findet sie am 9. Oktober im Berliner Pfefferberg Haus 13 statt. Diesmal mit:

Carmen Orlet, Gesang, begleitet von Hugo Dietrich, Gitarre & Gesang, haben die Liedermappen von Holländer bis Gundermann, von Elssner bis Brecht durchstöbert, Bekanntes und fast Vergessenes gesichtet. Musik hebt das Wort auf wie Bernstein die Fliege. Was Brecht einst zu Eisler sagte, gilt auch für dieses Programm. Alt trifft auf Neu, Vertrautes auf Fremdes, Leichtsinn auf Tiefgang und Frau auf Mann … Und Nordlicht auf Feuerstein.

Andreas „Spider“ Krenzke von den Surfpoeten ist einer der bekanntesten Autoren der Berliner Lesebühnenszene. In seinem aktuellen Programm „Im Arbeitslosenpark“ seziert er seine Umwelt mit messerscharfem Blick, seine Geschichten sind facettenreich, voller hintergründigem Humor.

Kapelle 1417 spielt die Lieder Gerhard Gundermanns. Angeregt durch Burkhard Wittlief fanden sich 2009 sieben Musiker der Braunschweiger Rock- und Folkszene zu dem nach Gundermanns Stammbagger benannten Projekt zusammen. Kapelle 1417 hat es sich zur Aufgabe gemacht, an Gerhard Gundermann zu erinnern und ihn denjenigen vorzustellen, die ihn vielleicht noch nicht kennen. – Aus Braunschweig für Berlin!

Gundermann-Party „noch ist der bogen gespannt“
Pfefferberg Haus 13, Schönhauser Allee 176, 10119 Berlin www.pfefferberg-haus13.de
09.10.2010, Einlass 19.00 Uhr, Beginn 20.00 Uhr
Eintritt 13 € / ermäßigt 8 €
weitere Infos: www.gundi.de
Vorbestellungen: info@gundi.de