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Tickets zum Konzert mit Woody Sez, Tom Morello, Wenzel

Für das Abschlusskonzert des Festivals am 26. Februar 2012 „Woody Guthrie 100“ gibt es derzeit noch Tickets im Vorverkauf. Am sichersten geht dies über die Vorverkaufskassen in der KulturBrauerei selbst oder über renommierte Online-Kartenkassen wie eventim und Hekticket:

Die Kartenkasse in der Berliner KulturBrauerei befindet sich im Gebäude 7.2 (Eingang K) rechts neben der Alten Kantine.

Öffnungszeiten: Mo-Fr 12-18 Uhr, Tickethotline (030) 44315100
Der Vorverkaufspreis für das Konzert „Woody Guthrie 100“ beträgt hier 24,90 EUR / ermäßigt 20,00 EUR.

Auch über die die Ticketsysteme von eventim können Karten in vielen Vorverkaufsstellen und online geordert werden. Klicken Sie bitte HIER oder auf das eventim-Logo, um direkt für die Festivalveranstaltung im Kesselhaus Eintrittskarten zu kaufen. Sie können zwischen Express- und Normalversand (auch weltweit) wählen oder Tickets auch selbst ausdrucken.

Tickets bei Hekticket

Bei Hekticket funktioniert dies ganz ähnlich; es stehen zahlreiche Zahlverfahren zur Verfügung. Klicken Sie bitte HIER oder auf das Logo, um direkt Eintrittskarten für „Woody Guthrie 100“ zu bestellen.

 

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Aus unseren Archiven

Archive, Archive...Der Verein „Lied und soziale Bewegungen e.V.“, Hauptveranstalter des „Festivals Musik und Politik“, bewahrt in seinen Archiven so manchen Schatz, zum Beispiel aus der zwanzigjährigen Geschichte des „Festivals des politischen Liedes“ von 1970 bis 1990. Durch mangelnde Finanzierung (Arbeitskräfte!) ist noch längst nicht alles aufgearbeitet. Dies gilt auch für die unzähligen Tonaufnahmen von Festivalveranstaltungen.

Aufgrund regelmäßiger Nachfrage bemühen wir uns, unsere Archive auch für die Allgemeinheit zugänglich zu machen. Neu bei uns ist das öffentlich zugängliche und durchsuchbare Liedblattarchiv. Hier haben wir nahezu 600 Titel erfasst, zu denen uns Noten und Texte vorliegen.

Einige Einblicke in unser Plakatarchiv gibt es HIER. Weitere Datenbanken wie zum Beispiel unser riesiges Musikarchiv sind bislang leider noch nicht öffentlich zugänglich, da uns entsprechende Mittel für den Betrieb einer erweiterten Webseite fehlen.

Wenn Sie für journalistische Zwecke, zur Forschung oder für Ausstellungen und Dokumentationen weiteres Material benötigen, sprechen Sie uns bitte an.

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Das Festival live bei Rockradio.de

Rockradio.deWie schon in den vergangenen Jahren gibt es anlässlich des „Festivals Musik und Politik“ wieder Liveübertragungen aus dem Festival über das Webradio Rockradio.de. Der Umfang wurde erheblich ausgeweitet: gleich drei abendfüllende Hauptveranstaltungen des Festivals werden komplett ausgestrahlt!

Ergänzend zum Hörerlebnis überträgt Rockradio.de im Rahmen der Sendungen auch Schnappschüsse vom Konzert über eine Webcam; zudem gibt es während der Sendezeit einen Livechat mit den Radiomachern vor Ort.

Freuen dürfen wir uns also auf dialektisch-absurden Humor im Konzert von „MTS“ und „Der Black“, musikalische Neuentdeckungen beim Konzertabend der „Liederbestenliste“ und ein umfangreiches Sonderkonzert mit sieben (!) Einzelprogrammen in der „Eisleriade“.

Letztere wird übrigens – das ist ein Novum in der Festivalgeschichte – in Kunstkopfstereofonie übertragen und vermittelt damit ein besonders echtes Live-Erlebnis! Wer es also nicht schafft, in Berlin live dabei zu sein, ist herzlich eingeladen, uns an diesen Abenden zumindest im Stream zu besuchen.

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Berliner Kulturstandort bedroht… und damit das Festival

Einige der wichtigsten Festivalstandorte liegen im Berliner Stadtbezirk Prenzlauer Berg, konzentriert im „Kulturareal im Ernst Thälmann Park“. Dazu gehört die traditionsreiche WABE, die zu DDR-Zeiten als Kulturhaus für den Bezirk errichtet wurde und bis heute ein überregional wichtiger Kulturstandort ist. Unzählige Künstler aus nahezu allen Musikszenen und aus der ganzen Welt traten und treten hier auf.

Doch diese Bühne ist, genau wie das Theater unterm Dach, Galerie und Jugendtheateretage (ehemals ZwiEt) bereits seit Jahren und jetzt auch wieder akut von Schließung bedroht.  Die WABE wird auf Sparflamme gekocht; sie überlebt nur aufgrund des Engagements ihrer wenigen festen Mitarbeiter und der Aktivitäten des Aktionsbündnisses Berliner Künstler.

Befremdlich ist nicht nur, dass die öffentlichen Kulturträger des Bezirkes Pankow/Prenzlauer Berg (und beileibe nicht nur die WABE!) praktisch platt gemacht werden, sondern auch, dass die im Haushalt des Bezirkes fehlenden Mittel nur Bruchteile der Beträge darstellen, die anderswo in Berlin für Hochglanz- und Prestigeprojekte verbraten werden. Gleichfalls unerhört ist die Tatsache, dass selbst vertraglich gebundene Veranstaltungen wie unser Festival davon bedroht sind.

Dazu gibt es einen Brief des Festivalleiters Dr. Lutz Kirchenwitz an den Kulturstaatssekretär André Schmitz und den Kulturstadtrat von Pankow, Torsten Kühne. Im folgenden der Wortlaut:

Sehr geehrter Herr Schmitz,

seit zwölf Jahren veranstalten wir in Berlin das internationale Festival Musik und Politik, zu einem Teil in Veranstaltungsstätten wie der Kulturbrauerei oder der Volksbühne, zum anderen Teil aber im Kulturareal Thälmann-Park mit der WABE im Mittelpunkt. Hier findet der Hauptteil des Festivals mit Ausstellungen, Gesprächen, Filmvorführungen und Konzerten statt.

Schon mehrfach drohte das Festival durch Schließungspläne bzw. Haushaltssperren in Pankow buchstäblich in letzter Minute zu scheitern. Das ist nun wieder der Fall.

Wir haben in Kooperation mit den Woody Guthrie  Archives (New York), der Internationalen Hanns Eisler Gesellschaft, der Botschaft der Vereinigten Staaten von Amerika, der Rosa-Luxemburg-Stiftung, dem DeutschlandRadio und anderen Partnern ein Programm vorbereitet, Plakate, Programmhefte und Flyer gedruckt, und nun hat die WABE keine Veranstaltungsmittel und ist von der Schließung bedroht. Das ist kräftezehrend und tödlich für eine kontinuierliche Kulturarbeit.
 
Sehr geehrter Herr Schmitz, wir bitten Sie, sich für die Freigabe der  Veranstaltungsmittel und gegen die Pankower Schließungspläne einzusetzen.

Mit freundlichen Grüßen

Lutz Kirchenwitz
LIED UND SOZIALE BEWEGUNGEN E.V.
c/o Dr. Lutz Kirchenwitz

Weiter Informationen:

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Ausstellung: „An Mut sparet nicht noch Mühe“ Hanns-Eisler-Bilder

Hanns Eisler

Hanns Eisler

gefördert durch die Hanns und Steffy Eisler Stiftung.

Hanns Eisler sei der „Karl Marx des Kommunismus auf dem Gebiet der Musik“, so lautet der Vorwurf des Chef-Ermittlers vor dem berüchtigten Ausschuß zur Untersuchung unamerikanischer Aktivitäten in Washington 1947. Er fühle sich geschmeichelt, erwiderte der Beschuldigte kämpferisch. Zu diesem Zeitpunkt lag seine Kampfmusik-Phase, die ihn zu dem wohl bedeutendsten Musiker der Arbeiterbewegung gemacht hatte, bereits weit zurück. Eisler zählte nun zu den erfolgreichen Hollywood-Komponisten, wohnte in Malibu direkt am Pazifikstrand und hatte eigentlich vor, die US-Staatsbürgerschaft zu erwerben. Ein halbes Jahr später wurde er zurück nach Europa gezwungen. Zunächst landete er in Wien, wo er von seiner frühen Kindheit bis zum Abschluss des Studiums bei Arnold Schönberg gelebt hatte. Jedoch war eine Figur wie Eisler auch hier unerwünscht. Aus dieser Perspektive betrachtet, könnten seine DDR-Jahre als ein zweites Exil interpretiert werden, wenngleich diesmal keine lebensbedrohende Situation zugrunde lag. Sein erstes Exil ab 1933, die Flucht vor den Nazis, hatte ihn, „öfter als die Schuhe die Länder wechselnd“, schließlich in die USA getrieben. Politische Katastrophen und existenzielle Nöte haben sein Leben geprägt. Seine Musik ist ebenso vielfältig wie die gesellschaftlichen Verhältnisse, für die sie komponiert wurde.

Vor 50 Jahren starb Hanns Eisler in (Ost-)Berlin. Mit Hilfe der Künste die Welt zu verändern, weil diese es brauche, blieb immer sein Ziel. Die innovative Kraft seines Werks hat Generationen von Musikern und Hörern inspiriert – doch wie aktuell ist es für uns heute?

Es sprechen zur Eröffnung:

  • Maren Köster (Musikwissenschaftlerin)
  • Lutz Kirchenwitz (Kulturwissenschafter, Vorsitzender des Vereins Lied und soziale Bewegungen)

Musik:

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Konzert: „Woody Guthrie 100“ – Tom Morello (USA), Woody Sez (USA), Wenzel & Band

In Zusammenarbeit mit „Helle Panke“ e.V. – Rosa-Luxemburg-Stiftung Berlin und der Botschaft der Vereinigten Staaten von Amerika

Woody Guthrie 100 – Konzert zum 100. Geburtstag des legendären US-amerikanischen Singer/Songwriters (mehr darüber bei „Woody Guthrie 100“)

Woody Sez

Woody Sez

Woody Sez (USA)
„The Life And Music of Woody Guthrie”
 ist ein Musical, interpretiert von vier US-amerikanischen Schauspielern/Musikern in typischer Folkbesetzung (Gitarre, Baß, Banjo, Geige usw.). Der Titel geht auf eine gleichnamige Kolumne zurück, die Woody Guthrie in den Dreißigerjahren für den Daily Worker schrieb, die 1924 gegründete Tageszeitung der KP in den USA. Das Publikum erfährt nicht nur etwas über Guthries Lieder, sondern auch über sein Leben, seine Leidenschaft und seine Schwächen. Woody Guthrie ist Troubadour, Hofnarr und politisierender Bänkelsänger in einer Person.

Wie viele andere vor ihm schrieb er oft neue Texte zu alten Liedern und Melodien, Texte, mit denen die traditionellen Fiddletunes, Schurkenballaden, Kinder- oder Liebeslieder einen tieferen Sinn bekamen. Woody Guthrie wollte mit seiner Musik den Menschen eine Stimme verleihen, die in der Gesellschaft nicht gehört wurden. Oder wie John Steinbeck es ausdrückte: „Er singt die Lieder eines Volkes, und ich habe den Verdacht, er ist irgendwie dieses Volk. Woody hat nichts Liebliches an sich, auch seine Lieder nicht. Doch diejenigen, die ihm zuhören, werden etwas viel Wichtigeres darin finden: den Willen des Volkes, der Unterdrückung standzuhalten und gegen sie zu kämpfen.“ Woody Sez legt davon Zeugnis ab. Das Programm holt Guthries Anliegen in die Jetztzeit. Mit einer Musik, die uns irgendwie vertraut ist. Ganz nach seinem Motto: “Ich möchte nur als der bekannt sein, der dir etwas erzählt, was du eigentlich schon längst weißt.

“Guthrie musical is a must-see” (Morning Star)

Aktuelle CD:

Wenzel

Wenzel

Wenzel ist seit 1976 aus der deutschen Lied- und Kulturszene nicht mehr weg zu denken. Der Vollblutkünstler hat viele Gesichter: Er ist Musiker, Sänger, Komponist, Regisseur, Autor und Clown in einer Person. Er verweigert sich allen Schubladen, ist ein “Allround-Talent”, das “wie kaum ein anderer mit Sprache zu jonglieren versteht” (Nordwestfälische Zeitung). Mit unnachahmlicher Leichtigkeit verbindet er Melancholie und Lebenslust, und es ist nahezu unmöglich, seinem Sprachwitz und seiner mitreißenden Energie zu widerstehen. 1986 veröffentlicht Wenzel seine erste Schallplatte, “Stirb mit mir ein Stück”, sie erlangt schnell Kultstatus. Es folgen bis heute über 30 CD Veröffentlichungen und mehrere Bücher. Charakteristisch für Wenzel sind Vertonungen großer Texte anderer Künstler, wie zum Beispiel Theodor Kramer, Christoph Hein, Henriette Haill, Woody Guthrie, Bob Dylan.

Tourneen führten Wenzel durch Frankreich, Österreich, Amerika, Nikaragua, die Türkei… Er stand mit Arlo Guthrie, Randy Newman, Ferhat Tunc, Konstantin Wecker und vielen anderen auf der Bühne. Er hat Ehrungen überstanden von der GOLDENEN AMIGA, dem Heinrich-Heine-Preis über den Deutschen Kleinkunstpreis, die Ehrenantenne des Belgischen Rundfunks, den deutschen Liederpreis bis zum Preis der deutschen Schallplattenkritik (acht Mal). Er bleibt sich dennoch treu und kümmert sich weder um Schubladen noch modische Attitüden. Sein Werk speist sich aus einer schier unerschöpflichen Quelle. Zuletzt erscheinen die CD “Kamille und Mohn” und ein neuer Gedichtband “Seit ich am Meer bin” mit einem gleichnamigen Hörbuch. 2002/2003 hat Wenzel unveröffentlichte Texte von Woody Guthrie vertont und auf der CD “Ticky Tock – Wenzel singt Woody Guthrie” veröffentlicht. Diese Lieder wird er zum Jubiläum “Woody Guthrie 100″ natürlich wieder singen.

Aktuelle CD:

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Tom Morello

Tom Morello

Was verbindet Tom Morello (USA) mit US-Präsident Obama? Beide haben einen kenianischen Vater und eine weiße US-amerikanische Mutter. Beide stammen aus dem Mittleren Westen des Landes und haben einen Harvard-Abschluss. Das ist aber auch schon das Ende der Gemeinsamkeiten. Denn anders als bei Obama ist Morellos Name eng mit moralischem Aufbegehren und handfestem Widerstand gegen die Ungerechtigkeiten der Gesellschaft verbunden. “Wer Veränderung will, der muss selbst dafür sorgen”, sagt er. Von “oben herab” würde sich die nicht einstellen.

Berühmt wurde Tom Morello als Gitarrist von Rage Against The Machine und Audioslave. In der Liste der 100 besten Saitenzauberer aller Zeiten des Rolling Stone rangiert er auf Platz 26! Teil seines sozial-musikalischen Engagements ist sein Alter Ego als The Nightwatchman – als Alternative zu den aufwändigen Megashows von Audioslave konzipiert. “One Man Revolution” hieß 2007 sein Solodebüt als Sänger, nur mit akustischer Gitarre und Mundharmonika – in Anlehnung an Woody Guthrie. Sein aktuelles Album “World Wide Rebel Songs” erinnert musikalisch wieder mehr an die Rockmusik seiner alten Bands. Am politischen Anspruch seiner Texte hat sich nichts geändert. “Troubled times call out for troubled songs!”, lautet Morellos Motto. Wobei er eins ganz sicher wisse: “Es gab keine erfolgreiche progressive, radikale oder revolutionäre Bewegung in unserem Land ohne guten Soundtrack.” Tom Morello versteht sich als Teil dieses Soundtracks und verbreitet ihn überall dort, wo er auftritt, ob bei Occupy Wall Street oder bei den Protesten gegen Wisconsins Gouverneur Walker.

Aktuelle CD:

RootMusic BandPage by Tom Morello

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Film: “Woody Guthrie – Ain’t Got No Home”

Woody Guthrie

Woody Guthrie

USA 2006
OF, 90 Minuten

Regisseur Peter Frumkin zeichnet in dieser für die nicht-kommerzielle TV-Senderkette Public Broadcasting Service (PBS) produzierten Dokumentation Leben und Karriere von Woody Guthrie nach. Von seiner Kindheit in Oklahoma und Texas über seine Zeit in Kalifornien und die Jahre in New York bis zu seinem Tod 1967. Zu Wort kommen Weggefährten wie Pete Seeger und Maxine “Lefty Lou” Crissman, Musiker unserer Tage wie Bruce Springsteen, Guthrie-Biografen wie Joe Klein und Ed Cray sowie Familienmitglieder. Darunter seine erste Frau Mary Jennings Boyle, seine Schwester Mary Jo Guthrie Edgmon und Tochter Nora Guthrie. Auch Woody Guthrie selbst ist kurz “live” zu sehen. Das rare Filmmaterial, das es mit ihm gibt, macht insgesamt keine zehn Minuten aus.

Zur Woody-Guthrie-Filmografie gehört Hal Ashbys 1975 erschienener Spielfilm “Bound For Glory” mit David Carradine in der Hauptrolle. Haskell Wexler bekam hierfür 1976 einen Oscar für seine Kameraführung. Eine weitere Dokumentation ist “Man In The Sand”, in der die Entstehung von Billy Braggs gemeinsam mit Wilco eingespieltem und Grammy-nominiertem Album “Mermaid Avenue” festgehalten wurde. Als Erzähler ist Billy Bragg auch in dem 2005 in England von Regisseur Stephen Gammond produzierten Film “This Machine Kills Fascists” zu hören. Eine Rarität ist die Anfang der Vierzigerjahre entstandene und im Jahr 2000 wiederveröffentlichte Dokumentation über den Bau der Staudämme am Oregon River. Die Bonneville Power Administration hatte Woody Guthrie damals für einen Monat eingestellt, damit er Musik für den Film schreibt. In 30 Tagen brachte er 26 Songs zu Papier. Darunter “Roll On Columbia”, “Pastures Of Plenty” und “Grand Coulee Dam”.

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Gespräch: Tom Morello (USA), Woody Sez (USA), Wenzel

  • David M. Lutken (USA, Woody Sez)
  • Tom Morello (USA)
  • Hans-Eckardt Wenzel
  • Moderation: Michael Kleff (Folker-Chefredakteur)
Tom Morello

Tom Morello

Woody Guthrie war ein Mann, der “den ewig diskutierten Widerspruch zwischen ‚Kunst‘ und ‚Leben‘ mit einfachsten Mitteln aufzuheben vermochte”. So beschreibt Hans-Eckardt Wenzel den Folkmusiker, der als einer der großartigsten Balladenschreiber der Vereinigten Staaten gilt. Geboren am 14. Juli 1912, gestorben am 3. Oktober 1967, ist Woody Guthrie heute aktueller denn je, “ein Gitarrenpicker mit drei Akkorden, aber mit den Gedanken eines Dichters und der nötigen Empfindsamkeit, um die Hymnen, Geschichten und Träume der Menschen, denen er begegnete oder die er erfand, in Worte zu fassen” (Lou Reed).

David M. Lutken - Foto Wendy Mutz

David M. Lutken

In “Pretty Boy Floyd” bringt Guthrie in zwei Zeilen – “Manche Leute rauben dich mit einem Revolver aus, andere mit einem Füllfederhalter” – zeitlos auf den Punkt, was viele Menschen fühlen: Politik und große Konzerne stehlen sich aus der Verantwortung. Wenn Woody Guthrie heute in den Vereinigten Staaten unterwegs wäre, was würde er wohl über die Lage der amerikanischen Arbeiter denken, über die Gewerkschaften, die konzentrierte Macht des Kapitals und Occupy Wall Street? An vielen Schauplätzen der Bewegung erklingt zwar Musik, eine eigene Hymne gibt es jedoch (noch) nicht.

Die Gesprächsrunde soll vor diesem Hintergrund unter anderem der Frage nachgehen, welche Verantwortung Künstler haben. Wie können sie zu den politischen Fragen der Gegenwart Stellung nehmen? Mit welchen Mitteln können sie die Menschen wirksam erreichen?

Wenzel

Wenzel

Das Gespräch wird in englisch geführt und simultan ins Deutsche übersetzt.

Im Kesselhaus findet am Abend ein Konzert mit den Künstlern statt – weitere Informationen hier.

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Ausstellung “This Land Is Your Land” – Woody Guthrie 100

Woody Guthrie 100

Die Lieder und die Autobiografie Woody Guthries vermitteln einen tiefen Einblick in die US-amerikanische Wirklichkeit der 30er und 40er Jahre des 20. Jahrhunderts. Der zu einer Art alternativen Nationalhymne gewordene Song “This Land Is Your Land” – geschrieben aus der Sicht eines Arbeiters als leidenschaftliche Reaktion und Parodie auf Irving Berlins “God Bless America” – begründete seinen Ruhm in aller Welt. Es ist kein Protestsong “gegen” etwas. Guthrie beschreibt, was er in seinem Land beobachtete – und das war neben der Schönheit des Landes Arbeitslosigkeit ebenso wie soziale Not und Ausbeutung.

Woody Guthrie war aber nicht nur politischer Sänger und Aktivist. Er war zugleich Dichter, Maler und Zeichner. Nicht ohne Grund hatte er von Anfang an immer Gitarre und Farbpinsel im Gepäck. Es gibt sogar mehrere Ölbilder. Hinzu kommen politische Cartoons, Zeichnungen für Kinder sowie Sketche zu Alltagsthemen.

Die Ausstellung “This Land Is Your Land” zeichnet mit Fotos und Dokumenten, von denen einige erstmals und exklusiv vom Woody-Guthrie-Archiv zur Verfügung gestellt wurden, das facettenreiche Bild eines “der edelsten und authentischsten Künstler, die unsere Nation je hervorgebracht hat” (Robert Kennedy).

Zur Ausstellungseröffnung sprechen:
  • Andy Teirstein (Woody Sez, Musikdozent an der Tisch School of the Arts der Universität von New York)
  • Michael Kleff (Folker-Chefredakteur, Vorstandsmitglied der Woody Guthrie Foundation, New York)

weitere Links:

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Konzert: “Eisleriade”

In Zusammenarbeit mit „Helle Panke“ e.V. – Rosa-Luxemburg-Stiftung Berlin
und der Hanns und Steffy Eisler Stiftung

Liveübertragung über Rockradio.de

Hanns Eisler ist eine Ikone der politischen Musik. Immer wieder setzen sich Musiker mit ihm auseinander, interpretieren, adaptieren und verändern ihn. Im Konzert „Eisleriade“ spielen Oliver Augst & Sven Ake Johansson „Eisler im Sitzen“, die Musiker der Bolschewistischen Kurkapelle Schwarz-Rot blasen „als Herolde des Ungehorsams Pop und Propaganda den Marsch“, die Eisler-Ladies bringen als Duo bis zu acht Blasinstrumente zum Klingen, Hermann Keller verbindet Improvisation und Komposition, Stefan Körbel singt Eisler-Songs zur Gitarre, und das HANNES ZERBE JAZZORCHESTER BERLIN pendelt zwischen Jazz und moderner Sinfonik.

Augst/Johansson

Augst/Johansson

Oliver Augst & Sven-Åke Johansson

Oliver Augst, Jahrgang 1962, stammt aus Andernach am Rhein und ist ein deutscher Sänger, Komponist, Produzent und Hörspielautor. Er studierte visuelle Kommunikation mit Schwerpunkt Bühne an der Hochschule für Gestaltung in Offenbach sowie Pop-Musik und Performance an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst in Hamburg. Oliver Augst übernahm im Jahr 2002 für den japanischen Konzeptkünstler On Kawara die Regie bei der Hörfunk-Produktion des Hessischen Rundfunks, die 32 CDs umfasste. Er arbeitet mit den verschiedensten Künstlern wie Blixa Bargeld von den “Einstürzenden Neubauten” und Stefan Beck zusammen.

Sven-Åke Johansson, Jahrgang 1943, ist ein schwedischer Komponist, Musiker, Autor und bildender Künstler. Als Kind trommelte er auf den Kochtöpfen seiner Mutter. Später wurde er Schlagzeuger in einer Tanzband und wechselte dann in die Jazzszene. Er trat u.a. mit Ulrich Gumpert, Axel Dörner, Conrad Bauer und Ernst-Ludwig Petrowsky auf. Sven-Åke Johansson veröffentlichte rund 40 LPs und CDs, mehrere Bücher und trat auch als Maler in Erscheinung.
In dem Programm “Eisler im Sitzen” singen sich Augst und Johansson ihre Lieblingslieder von Hanns Eisler vor.

Aktuelle CD:

  • Kippenberger hören
Die Eisler-Ladies

Die Eisler-Ladies

 

Die Eisler-Ladies

Die beiden Musikerinnen der Spitzenklasse, die ihr Studium an der Hochschule für Musik “Hanns Eisler” Berlin mit Auszeichnung absolviert haben, bringen selbst in der Duo-Formation bis zu acht Instrumente – von der Querflöte bis zum mächtigen Basssaxophon – zum Klingen. Sie spielen jede für sich längst in der ersten Liga, und beide können auf Engagements in großen deutschen Orchestern zurückblicken. Neben unterhaltsamer Klassik spielt das Duo Evergreens, Gassenhauer und neuerdings – angeregt durch die “Eisleriade” bei unserem Festival – auch Eisler. Das Ganze stets musikalisch elegant, technisch perfekt und vor allem vergnüglich für das Publikum.

Bettina Matt – Flöte, Sopransaxophon, Altsaxophon – absolvierte ein Querflötenstudium an der Musikakademie in Kassel und ein Jazzsaxophonstudium an der Hochschule der Künste Berlin und der Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ Berlin. Ihre Bühnenerfahrungen reichen von klassischen Ensembles, Show und Tanzbands, Solosaxophon und Big Bands bis hin zu Salsaformationen, mit denen sie z.B. auf Havannas internationalem Jazzfestival gastierte. Weitere Auslandsaufenthalte führten sie nach China, Südkorea, Kuba und Kolumbien.

Anne Voigt – Tenorsaxophon, Baritonsaxophon, Basssaxophon, Gründerin der Eisler-Ladies, erhielt nach ihrem Studium an der Hochschule für Musik und Theater in Hamburg das Fritz-Prosiegel-Stipendium und beendete ihre akademische Ausbildung mit dem Orchesterdiplom an der Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ Berlin. Sie war am Deutschen Schauspielhaus Hamburg beschäftigt und ist regelmäßig Gast in verschiedenen Orchestern Deutschlands.

Aktuelle CD:

Stefan Körbel

Stefan Körbel

Stefan Körbel wird 1953 in Berlin/Ost geboren, beginnt mit zwölf autodidaktisch Gitarre zu spielen und interessiert sich bald für das politische Lied, für Dylan und Brecht, Theater und Geschichte und zunehmend für die Chancen eines demokratisch-libertären Sozialismus (anders gesagt: einer reformierten DDR). Nimmt 1971 tief beeindruckt am zweiten Festival des politischen Liedes teil (mit dem “Lyrik-Song-Club” Berlin, kurz LSC). 1974-76 (und noch einmal 85-87) Musikproduzent beim DDR-Rundfunk (Lied, Chanson, Folk). 1976 Studium der Kulturwissenschaften an der HUB, Mitbegründer und Namensgeber des Liedtheaters “Karls Enkel”, ebenso 1986 der “Bolschewistischen Kurkapelle Schwarz-Rot”.

In den achtziger Jahren brisante Liedprogramme: “Ketzerkalender”, “Bolsche Vita”, “Arche Nostra” (z.T. mit Tina Tandler, sax/acc, und Lexa Thomas, bg). Bekommt 1987 den Hauptpreis der DDR-Chansontage, die Stasi verhindert allerdings die Preisvergabe. Ab 89 Konzerte in der ganzen großen BRD, Abstecher nach Paris, Schweiz, Österreich, Ungarn, Mongolei. 1990 aus Anlaß der ersten CD-Produktion, die genau in die AMIGA-Liquidation fällt, eigene Plattenfirma “Nebelhorn”, (fünfmal den „Preis der Schallplattenkritik”). 1999 eigener Klub (“Club Voltaire”, Berlin-Prenzlauer Berg), dort ca. 400 Veranstaltungen in den nächsten Jahren (Konzerte, Kabarett, Politik …). Ab 1996 Programme mit Michael Letz (p) zur Revolution von 1848, mit Songs der zwanziger Jahre und zum Thema Seefahrt. 2006 “Canto Tango – Tangos aus aller Welt”, in etwa zehn Sprachen, mit Valeri Koryshman (acc). Mit diesen Programmen und der Lied-Chronik “Lost Songs” (Solo) kontinuierlich auf Tour.

 

Hermann Keller

Hermann Keller

Hermann Keller, Jahrgang 1945, stammt aus Zeitz in Sachsen-Anhalt. Mit sechs Jahren erhielt er den ersten Klavierunterricht. Als 14jähriger begann er zu komponieren. Von 1963 bis 1968 studierte er an der Franz-Liszt-Hochschule in Weimar Komposition und Klavier. Seit 1971 arbeitet er regelmäßig mit Jazz-Musikern zusammen.

Nach einer Lehrtätigkeit an der Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ in Berlin wurde Hermann Keller im Jahr 1981 freischaffender Komponist, Pianist und Improvisationsmusiker. 1990 begründete er die Freie Musikschule Musikhaus e.V., an der er Musiktheorie und Improvisation unterrichtet.
Hermann Keller schreibt Partiturmusik, mit Elektronik weiß er wenig anzufangen. Seine Umsetzungen am Flügel sind Schwerstarbeit. Was bei ihm so spielerisch wie leicht und klar auf den Tasten daherkommt, ist über Jahre trainiert worden.
Er hat drei Klaviersonaten geschrieben und Unterrichtsliteratur wie “Von der Herkunft der Rhythmen” sowie die “Neue Musiklehre” verfasst. Seine aktuellen Kompositionsvorhaben umfassen ein Klarinettenkonzert sowie eine Symphonie.

“Schon der freitägliche Auftakt mit dem Hermann-Keller-Quartett im Nikolaisaal-Foyer war edle Sahne. Das hauseigene Klavier durfte zwar nicht präpariert werden, aber des Maestros Hände auf Tasten und Flügel-Saiten zauberten auch so hervor, was Herz und Ohr entzückte.” Potsdamer Neueste Nachrichten, 09.05.2011

Aktuelle CD:

  • Tanz ums Goldene Kalb
Bolschewistische Kurkapelle

Bolschewistische Kurkapelle

Im Sommer 1986 gründeten in Berlin/Ost Profimusiker und ambitionierte Amateure, politische Aktivisten und Lebenskünstler eine freischwebende Blaskapelle. Die Band erhielt den Namen Bolschewistische Kurkapelle Schwarz-Rot, ein Name, der in der bleiernen DDR-Endzeit mit ihrer Verweigerung, Gorbatschows Reformversuch zu folgen, sowohl Programm als auch Provokation war. Der erste größere Auftritt fand am 30.11.1986 beim “Literaturfest der Berliner Jugend” in der Kongresshalle am Alexanderplatz statt. Der Name durfte allerdings nicht genannt werden – und verbreitete sich natürlich wie ein Lauffeuer. Seitdem blasen die Herolde des Ungehorsams Pop und Propaganda den Marsch. Das politische Einsatzorchester sorgt für Verunsicherung, Verstörung, aber auch Identifikation – und Party. Es wechseln die Zeiten – aber die Kurkapelle spielt. Brassed off ? Never.

Heute besteht das Orchester in der fünften Generation. Ihm gehören derzeit 15 Frauen und Männer an. Sie spielen die traditionellen Blasinstrumente, aber auch Gitarre und Schlagzeug. Dazu gibt es reichlich Gesangseinlagen, witzige Moderationen und Kunstaktionen. “Stärker denn je heißt es den Brass-Crossover zu pflegen, bayerische Volksmusikfestivals mit Brecht’schem Punk aus dem Roten Wedding zu erfreuen, Hans Moser und Georg Kreisler mit Rio Reiser und Annette Humpe bekannt zu machen und Hermann Hesse gemeinsam mit Hanns Eisler auf den Balkan zu schicken”, beschreibt die Band ihr Repertoire. In einer grandiosen Veranstaltung feierte das Ensemble am 9. November 2011 in der Berliner Volksbühne sein fünfundzwanzigjähriges Bestehen.

“Es war ein Hochgenuss zu erleben, wie ein Blasorchester nicht nur schmettern und trillern, sondern auch flüstern und leuchten kann.” taz, 10.11.2011

Aktuelle CD:

Hannes Zerbe Jazzorchester

Hannes Zerbe Jazzorchester

Hannes Zerbe Jazz Orchester Berlin

Hannes Zerbe, Jahrgang 1941, studierte zunächst Elektrotechnik an der TU Dresden. Anschließend folgte er seiner wahren Berufung. An den Musikhochschulen Dresden und Berlin belegte er die Studienrichtungen Klavier und Komposition. Von 1985 bis 1987 war er Meisterschüler für Komposition bei Professor Paul-Heinz Dittrich an der Akademie der Künste der DDR. Bereits seit Ende der 1970er Jahre organisierte Hannes Zerbe internationale Workshops und Tourneen in den Bereichen Jazz und improvisierte Musik. Außerdem begleitete er die afroamerikanische Gospelsängerin Etta Cameron bei mehr als 100 Kirchenkonzerten quer durch die DDR.

Von 1975 bis 1979 spielte er im äußerst erfolgreichen Jazzquartett FEZ, und 1979 gründete er die Hannes-Zerbe-Blechband, mit der auch Kompositionen von Hanns Eisler aufführte und in der Konzertreihe “Musik und Politik” beim Festival des politischen Liedes auftrat. Mit verschiedenen Schauspielern und Sängern erarbeitete er Text-Musik-Programme. Mit dem erfolgreichsten Werk, dem “Kurt-Schwitters-DADA-Projket” gastierte er seit 1989 in zahlreichen Ländern in Europa und in Übersee.
Seit 1995 leitet Hannes Zerbe das “Jazzorchester Prokopätz”, für das er auch komponiert und arrangiert.

2011 traten mehrere Profimusiker der Berliner Jazzszene an Hannes Zerbe heran. Auf ihre Anregung hin formierte er das “Hannes Zerbe Jazz Orchester Berlin”. In ihm spielen 16 Musiker und Musikerinnen. Die ersten Proben fanden im März 2011 statt, im zweiten Halbjahr folgten die ersten Konzerte. In der Musik des neuen Orchesters sind Einflüsse aus dem Bereich der modernen Sinfonik und aus dem Jazzbereich von Gil Evans bis Willem Breuker zu spüren.

Aktuelle CD:

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Konzert: Hanns Eisler, Lieder, Lyrik und politische Leidenschaft

Hanns Eisler

Hanns Eisler

Internationale Hanns Eisler GesellschaftIn Zusammenarbeit mit der Internationalen Hanns Eisler Gesellschaft

Zum 50. Todestag von Hanns Eisler erinnern die Künstler unter dem programmatischen Titel “Lieder, Lyrik und politische Leidenschaft” mit Musik, Sprache und Gesang an eine der aufregendsten Biographien des 20. Jahrhunderts.

Stefanie Wüst studierte Gesang an der Musikhochschule Köln und absolvierte Meisterkurse, u.a. bei Gisela May. Sie wirkte in mehreren Filmen von Alexander Kluge mit und gründete 1989 das “Kurzweil-Ensemble”, das sich in den unterschiedlichsten Besetzungen mit den Werken von Kurt Weill und Hanns Eisler beschäftigt. Als Sängerin interpretiert sie die beiden Komponisten mit Verve und Leidenschaft.

Prof. Uwe Lohse unterrichtet an der Berliner Hochschule für Schauspiel “Ernst Busch” im Studiengang Schauspiel und leitet die Fachgruppe Musik. In seinen Programmen spielt Eisler eine wichtige Rolle. Uwe Lohse gelingt es, Eisler als einen modernen Zeitgenossen zu interpretieren und zu entstauben.

Die Musikwissenschaftlerin Friederike Wissmann gehört seit 2011 zum Lehrstuhl für historische Musikwissenschaft an der Goethe-Universität in Frankfurt am Main. Sie war Mitarbeiterin der Hanns-Eisler-Gesamtausgabe und findet in ihrem Buch „Hanns Eisler: Eine musikalische Biografie in 12 Kapiteln“ einen ganz speziellen Zugang zum Leben und Werk des Komponisten. Sie zeigt ihn darin als einen unermüdlichen Vermittler zwischen Avantgarde und Massengeschmack.

Eine komplette Programmbeschreibung als mehrseitiges pdf-Dokument finden Sie im Downloadbereich.

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Konzert: Liederbestenliste präsentiert Preisträger

Dodo Hug

Dodo Hug

 In Zusammenarbeit mit dem Humanistischen Verband Deutschland, LV Berlin e.V.

Liveübertragung durch Rockradio.de

 

Dodo Hug & Efisio Contini (Schweiz)
Die Schweizer Sängerin, Musikerin, Schauspielerin, Komödiantin und Singer-Songwriterin Dodo Hug, Jahrgang 1950, ist seit den 1970er Jahren in der Musikszene aktiv. Bekannt wurde sie durch die in den 1980er Jahren gegründete Gruppe “Mad Dodo”, mit der sie durch Europa tourte und ein komödiantisches Musikprogramm präsentierte. Seit einigen Jahren spielt Dodo Hug gemeinsam mit Efisio Contini, einem sardischen Musiker und Komponisten. Mit ihm zusammen hat sie ihre CD “Sorriso Amaro” aufgenommen. 1985 erhielt Dodo Hug den Kleinkunstpreis “Salzburger Stier” verliehen, und 1992 wurde sie mit dem “Deutschen Kleinkunstpreis” in der Sparte “Chanson, Musik, Lied” ausgezeichnet.

Dodo Hug spielt Gitarre, Mandoline, Ukulele und Perkussion. Die vielseitige Künstlerin ist vor allem durch ihre ungeheure Sprachbegabung berühmt geworden. In ihren Liedern wechselt sie mühelos zwischen deutsch, französisch, italienisch, englisch, spanisch, portugiesisch und türkisch. Darüber hinaus spricht sie völlig akzentfrei mehrere Schweizer Dialekte. Sie hat in mehreren TV- und Spielfilmen als Schauspielerin mitgewirkt und im Laufe der Jahre rund 15 eigene LPs und CDs aufgenommen.

In ihrem Programm “Sorriso Amaro – Canti di Lavoro e d’Autore” erzählt sie von den Nöten und Mühen der Arbeiterinnen in den Spinnereifabriken und auf den Reisfeldern der Poebene am Anfang des letzten Jahrhunderts.

Aktuelle CD:

“Dodo Hug gehört seit gut drei Jahrzehnten zu den interessantesten Erscheinungen der hiesigen Musikszene.” NZZ am Sonntag, 02.03.2008 

Uta Köbernick

Uta Köbernick

Uta Köbernick, Jahrgang 1976, sagt über sich: “Ich wurde geboren in Berlin. Den Rest habe ich gerne, widerwillig, gutgläubig, euphorisch, unter Aufsicht, hingebungsvoll, halbherzig, vorsichtig, wütend und mit Liebe selbst gemacht.” Mit sechs Jahren erhielt sie Violinunterricht, mit acht Jahren wurde sie Mitglied im Rundfunk-Kinderchor Berlin. Sie studierte Gesang und Musiktheater an der Hochschule für Musik “Franz Liszt” in Weimar (Vordiplom) und Schauspiel an der Theaterhochschule in Zürich (Diplom). In zahlreichen Theaterproduktion von der “Dreigroschenoper” bis “Biedermann und die Brandstifter” stand sie auf der Bühne. Ab 2005 war sie am Berliner Ensemble engagiert, schloss aber eine Vertragsverlängerung aus und kehrte zurück nach Zürich. Dort arbeitete sie am Theater an der Winkelwiese und entwickelte ihr erstes Soloprogramm “Sonnenscheinwelt”. Sie erhielt 2009 den “Deutschen Kleinkunstpreis”.

2011 wurde sie mit dem “Förderpreis der Liederbestenliste” ausgezeichnet. In der Laudatio hieß es: “Uta Köbernick macht Lieder, deren Texte zeigen, dass nichts spannender ist als der vermeintlich banale Alltag. Ihre Sprache ist aktuell, verleugnet aber nie eine Spur Romantik. Humor kommt nicht zu kurz, auch wenn er manchmal ziemlich schräg ist und einem das Lachen nicht selten im Hals stecken bleibt.” Mit Gitarre, Geige oder am Klavier begleitet sie ihre »Attacken gegen die Jauchgruben der Welt«.

“Mit sicherem Gespür für abgründige Tiefe tanzt sie hoch oben auf dem Drahtseil der guten Unterhaltung: Immer haarscharf auf der Grenze zwischen Poesie und Realität.” Kreuzlinger Zeitung, 21.09.2011

Aktuelle CD:

Johanna Zeul

Johanna Zeul

Johanna Zeul wurde 1981 in Filderstadt in Baden-Württemberg geboren. Als Sängerin und Liedermacherin gibt sie seit 1996 Konzerte. Ab 2001 trat sie mit der Gruppe “Rotagila” auf, die im Jahr 2003 in “Johanna Zeul Band” umbenannt wurde. 2002 bis 2003 studierte Johanna Zeul an der Schauspielschule Mainz und absolvierte ein Auslandsemester an der School of Rock in Dublin. Von 2003 bis 2006 besuchte sie die Popakademie in Mannheim, wo sie die Fachrichtung “Popmusik-Design” belegte. Johanna Zeul komponierte die Melodien für das Musiktheaterstück „Max und Moritz“, das am 06. Januar 2007 am Nationaltheater in Mannheim Premiere hatte. Es war kein Stoff für die Kinderbühne, denn die drolligen Lausbuben von Wilhelm Busch hatten sich zeitgemäß in sexsüchtige Teenager verwandelt.

Im Juni 2008 erschien Johanna Zeuls Debüt-Album “Album Nr. 1″. Im gleichen Jahr gründete sie die Gruppe “Gold” und erhielt den “Förderpreis für Popmusik Deutschland” sowie den “Lied- und Chansonpreis Stuttgart”. Im November 2009 folgte der “Förderpreis der Liederbestenliste” und im Juli 2010 der “Udo Lindenberg Panikpreis”. Am 24. Februar 2012 ist Johanna Zeul um 22 Uhr im ZDF-Kultur bei den “Konspirativen Küchenkonzerten” zu sehen. Sie äußert sich auch öffentlich zu aktuellen politischen Themen. Einer ihrer Standpunkte lautet: “Wenn STUTTGART 21 durchgeht, haben die Menschen in Deutschland gezeigt, dass man mit ihnen machen kann, was immer man will.”

“Entschlossen und traumwandlerisch sicher balanciert Zeul auf dem Hochseil zwischen Entertainment und Eigensinn.” FAZ, 28.01.2008

Aktuelle CD:

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Konzert: MTS und Der Black

Liveübertragung durch:

 

 

Im November 1973 gründeten in Ostberlin Freunde des burlesken Bänkelgesangs das mobile Liedkabarettensemble MTS alias Mut, Tatendrang und Schönheit. Sie eroberten mit ihren Liedern, Sprüchen und Versen schnell die Herzen all jener, die Spaß am gehobenen Nonsens haben. Heute stehen auf der Bühne inzwischen nicht mehr ganz so jugendliche Herren mit dementsprechenden Konfektionsgrößen und Frisuren, aber mit immer noch demselben Spaß an der Sache.

Der lockige Musiker Frank Sültemeyer war schon von 1993 bis 99 vierter Mann bei MTS und kehrte im Oktober 2011 für das verstorbene Gründungsmitglied Herbert Treichel zurück. Der gewitzte Trommler Mike Schafmeier kam bereits 1994 von der Band Silly. Und der geschmeidige Sänger Thomas Schmitt war schon immer dabei, wenn es galt, einen Kalauer zu instrumentalisieren.

Besetzung:

  • Mike Schafmeier, dr, voc
  • Thomas Schmitt, voc
  • Frank Sültemeyer, g, p, voc

Aktuelle CD:

Der Klangkörper freut sich besonders darauf, wieder einmal mit einem seiner frühen Vorbilder, mit dem Black (ehemals Schobert & Black) die Bühne zu teilen. Es steht zu befürchten, daß es dabei zu einem Limerick-Duell kommen wird!

Das Liedermacherduo Schobert & Black wurde 1965 von Wolfgang “Schobert” Schulz und Lothar “Black” Leichleiter gegründet. Die beiden sogenannten Erfinder des höheren Blödsinns in Reinkultur spielten neben Chansons auch politisch-satirische Lieder und gingen häufig gemeinsam mit Hannes Wader, Hanns Dieter Hüsch und Ulrich Roski auf Tournee. Bis zu ihrer Trennung im Jahr 1985 veröffentlichten Schobert & Black rund zwanzig LPs.

Lothar “Black” Leichleiter arbeitete danach mehrere Jahre lang im Verlagsgeschäft. Vor einigen Jahren kehrte er auf die Bühne zurück und veröffentlichte 2008 sein erstes Soloalbum “Meschugge”. Er versteht sich als ein politischer Liedermacher, der auf das vordergründig plakative Element verzichtet. Seine Sache ist tiefgründiger Humor, weshalb er gerne und regelmäßig mit Ingo Insterburg sowie der Gruppe MTS auftritt.

2010 traf Black ein großes Missgeschick. Durch einen schweren Sturz bei Glatteis auf der Burg Waldeck zog er sich einen komplizierten Trümmerbruch an der rechten Hand zu. Aber er gab nicht auf. Nach mehreren Operationen und einer monatelangen Zwangspause spielt er wieder. Im April 2011 erschien seine aktuelle CD “Weitersagen”. Auf ihr präsentiert er sich nicht nur als Liedermacher, sondern auch als Volkssänger, Rezitator, Kabarettist und Komödiant. Seine Themen sind ebenso in der großen Politik wie im normalen Alltag angesiedelt, und er setzt sich mit ihnen mal zynisch, mal tragikomisch auseinander, so zum Beispiel in dem Titel “Nacktscanning oder Liebe auf dem Flugplatz”.

Aktuelle CD:

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Festivalausblick 2012

Die Planungen für ein neues „Festival Musik und Politik“ im Februar 2012 sind bereits weit vorangeschritten. Es findet wie immer am letzten Februar-Wochenende in Berlin statt und zeigt ein vielfarbiges Programm zu mehreren Themenschwerpunkten aus dem Bereich politischer Musik.

23. – 26. Februar 2012

specials:

  • Eisleriade
  • Woody Guthrie 100
  • Liederbestenliste präsentiert
  • HipHop spezial

Auftretende Künstler sind u.a.:

  • Oliver Augst & Sven-Åke Johansson
  • Der Black
  • Bolschewistische Kurkapelle Schwarz-Rot
  • Dodo Hug (Schweiz)
  • Dagmar Krause
  • Tom Morello (USA)
  • MTS
  • Wenzel & Band
  • Hannes-Zerbe-Bigband
  • Johanna Zeul
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Konzerttipp: Inti Illimani Histórico & Eva Ayllón

Für Berliner und Berlinbesucher bietet das „Haus der Kulturen der Welt“ im Juni ein sehr empfehlenswertes Konzert:

Eva Ayllón

Eva Ayllón

Zum ersten Mal gemeinsam auf der Bühne: Eva Ayllón, von der Los Angeles Times als „Tina Turner Perus“ verehrt und von Mercedes Sosa als „schwarze Stimme Lateinamerikas“ apostrophiert, trifft auf die legendären Inti Illimani, die mit „Venceremos“ die Hymne für Salvador Allendes Unidad Popular schufen und zu Ikonen des Nueva canción, des politischen Folksongs, avancierten.

Inti Illimani

Inti Illimani

Konzert am 26. Juni 2011, 20 Uhr,

Eintritt 22 bzw. 18 € …. Tickets online